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Rentenerhöhung
Berufsunfähige bekommen mehr Geld

Berufsunfähige bekommen mehr Geld
Berufsunfähige bekommen mehr Geld. FOTO: Ammering
Berlin. Der durchschnittliche Betrag für Neurentner ist von 628 auf 672 Euro monatlich gestiegen. Aber nicht alle profitieren von der Reform. Von Eva Quadbeck

Die durchschnittliche Höhe von Erwerbsminderungsrenten, die 2015 erstmals ausbezahlt wurden, ist deutlich gestiegen. Dies geht aus Daten der Deutschen Rentenversicherung hervor. Im Vergleich zum Vorjahr war eine Erhöhung von 628 Euro auf 672 Euro zu verzeichnen. Dies entspricht einem Anstieg von über sieben Prozent. Nach Jahren sinkender Bezüge für Erwerbsminderungsrentner ist dies eine Trendwende. "Neben der Rentenanpassung im letzten Jahr wirkt sich hier insbesondere die im Rahmen des Rentenpakets verabschiedete Reform der Erwerbsminderungsrenten aus, die zum 1. Juli 2014 in Kraft getreten ist", sagte ein Sprecher der Deutschen Rentenversicherung.

Die Reform führte zu für die Betroffenen günstigeren Berechnungsgrundlagen für ihrer Bezüge. So werden Personen, die ihre Erwerbsminderungsrente nach dem neuen Recht erhalten, so gestellt, als ob sie mit ihrem bisherigen durchschnittlichen Einkommen bis zum 62. statt wie früher bis zum 60. Geburtstag gearbeitet und entsprechend Beiträge entrichtet hätten.

Reform gilt rückwirkend zum 1. Juli 2014

Darüber hinaus findet nun eine sogenannte Günstigerprüfung statt: Mussten die Arbeitnehmer in den vier Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung Lohneinbußen hinnehmen, beispielsweise wegen gesundheitlich bedingter Teilzeitarbeit, dann werden die letzten vier Jahre bei der Rentenberechnung nicht berücksichtigt, weil sie den Anspruch mindern. Der Anstieg entspricht den Erwartungen: Als das große Rentenpaket der Bundesregierung, das auch die Erhöhung der Mütterrente und die Rente ab 63 enthielt, 2014 in Kraft gesetzt wurde, rechneten Experten mit einem Aufwuchs von rund 40 Euro.

Wer schon vor dem 1. Juli 2014 eine Erwerbsminderungsrente erhielt, profitiert nicht von der Reform. Insgesamt leben in Deutschland rund 1,6 Millionen Menschen, die auf diese Art der Bezüge angewiesen sind. Aus den Daten der Rentenversicherung geht ebenfalls hervor, dass die Zahl der Erwerbsminderungsrentner im vergangenen Jahr mit 174.300 Neuzugängen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 2,1 Prozent gestiegen sind. Ein Grund ist der Rentenversicherung zufolge, dass zunehmend stärker besetzte Geburtsjahrgänge in das Risikoalter für eine Erwerbsminderung hineinwachsen. Das Durchschnittsalter für den Beginn einer Erwerbsminderungsrente lag im vergangenen Jahr bei 51,6 Jahren.

Als häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit gelten psychische Probleme, gefolgt von Rücken- oder anderen Erkrankungen an den Knochen. Weitere große Risiken: Unfälle und Krebserkrankungen. Eine dauerhafte Krankheit gilt als hohes Armutsrisiko. Bei der großen Rentenreform zum 1. Juli 2014 fielen die Verbesserungen für die Erwerbsminderungsrentner vergleichsweise bescheiden aus.

Quelle: RP
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