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Autobranche in der Krise: BMW und Daimler fahren Produktion weiter zurück

zuletzt aktualisiert: 07.12.2008 - 13:39

Berlin (RPO). In den USA verhandeln die großen Autobosse über ihre Rettung, doch auch in Deutschland geraten die großen Hersteller durch die einbrechende Nachfrage zunehmend unter Druck. Daimer und BMW reagierten mit weiteren Zwangspausen. Porsche trennt sich von rund 100 zeitlich befristeten Arbeitskräften in der Entwicklung.

Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" hat das BMW-Stammwerk in München bereits am Freitag die Arbeit für dieses Jahr eingestellt. Der Konzern habe eine fünfwöchige Weihnachtspause beschlossen, berichtete das Blatt unter Berufung auf einen BMW-Sprecher. Für das neue Jahr könne weder Kurzarbeit noch ein weiterer Stellenabbau ausgeschlossen werden, sagte der Sprecher.

Auch Zehntausende Mercedes-Arbeiter müssen sich der Zeitung zufolge auf längere Pausen einstellen. Der Konzern habe seine Pläne für Kurzarbeit auf alle Werke ausgeweitet, schrieb das Blatt. Bisher seien nur vier betroffen gewesen.

Im Opel-Werk in Eisenach zeichnet sich offenbar eine schnelle Einigung über die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit ab. "Wir können laut Tarifvertrag die Arbeitszeit von 38 auf 33 Stunden reduzieren", sagte Werksleiter Leo Wiels der "Wirtschaftswoche" und fügte hinzu: "Darüber sprechen wir mit dem Betriebsrat." Denkbar ist laut Wiels auch eine Viertagewoche. "Ich bin zuversichtlich, dass wir schon in den kommenden Tagen eine Betriebsvereinbarung unterzeichnen können", sagte der Werksleiter.

Von den derzeit rund 4000 Mitarbeitern in der Porsche-Entwicklungsabteilung müssen im Zuge der Autokrise bereits zum Jahresende die ersten rund 100 zeitlich befristeten Arbeitskräfte gehen. Das meldete die Zeitschrift "Auto Motor und Sport" unter Berufung auf Unternehmenskreise. In einem der Zeitschrift vorliegenden Kündigungsschreiben einer Personaldienstleistungsfirma heiße es unter anderem, die Entscheidung sei "auf die momentane allgemeine Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt - speziell in der Automobilbranche - zurückzuführen". Die Zahl von 100 Kündigungen habe ein Porsche-Sprecher auf Anfrage nicht bestätigen wollen. Bestätigt habe er allerdings, dass zum Jahresende auslaufende befristete Arbeitsverhältnisse nicht verlängert werden.

Derweil hat der neue BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner staatliche Hilfe für angeschlagene Automobilzulieferer gefordert. "In einer so schwierigen Krisensituation muss der Staat einspringen", sagte Eichiner dem Nachrichtenmagazin "Focus". Es gebe Anzeichen, dass sich die Lage einiger Zulieferer verschärfe. "Ein Unternehmen kann lange mit wenig oder keinem Gewinn leben", sagte Eichiner. Wenn es aber zahlungsunfähig werde, sei der Konkurs sofort da. Es gehe darum, die Blockade des Kapitalmarktes zu überwinden und Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Autohersteller könnten diese Aufgabe allerdings nicht übernehmen.

Quelle: DDP

 
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