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Börse
Dax nimmt nach Ostern wieder Anlauf auf Rekordhoch

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Die Hoffnung auf weiterhin billiges Notenbank-Geld hat den deutschen Aktienmarkt nach der Osterpause wieder in Richtung Rekordhoch getrieben. Der Leitindex Dax schloss am Dienstag mit plus 1,30 Prozent auf 12.123,52 Zähler und befindet sich damit in Reichweite zu seinem Rekordhoch von Mitte März bei 12.219 Punkten.

Für den MDax der mittelgroßen Konzerne ging es um 0,84 Prozent auf 21.034,32 Punkte hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax legte um 1,25 Prozent auf 1634,35 Punkte zu. Auslöser der positiven Stimmung waren Spekulationen über eine spätere Zinswende in den Vereinigten Staaten, nachdem die am Karfreitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten enttäuschend ausgefallen waren.

Nicht wenige Marktteilnehmer erwarten die Leitzinserhöhung nun eher im September statt bereits im Juni dieses Jahres. Das billige und reichlich verfügbare Geld der Notenbanken treibt die Märkte seit Jahren. Andere Anlageformen wie Anleihen sind angesichts mickriger Zinsen unattraktiver geworden.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien der Deutschen Post im Fokus. Grund ist ein 4,4 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot des US-Logistikkonzerns FedEx für den niederländischen Konkurrenten TNT Express. Zum Handelsende gewannen die Post-Papiere 2,59 Prozent und gehörten damit zu den attraktivsten Dax-Werten. Nicht wenige Börsianer sehen die Deutsche Post nun aber unter Zugzwang, müsse sie doch ihre Wettbewerbsposition verteidigen.

Die beiden vordersten Plätze im Dax nahmen jedoch die Papiere der Versorger RWE und Eon mit Kursaufschlägen von 4,02 beziehungsweise 3,89 Prozent ein. Bis Mitte März waren beide Aktien dem Dax deutlich hinterher gelaufen. Seitdem holen sie aber allmählich auf. Börsianer sehen nun die Chance auf eine nachhaltige Trendwende.

Am Dax-Ende waren die Titel der Lufthansa mit einem Verlust von 1,89 Prozent. Ein Analyst hatte sich in einer Studie kritisch geäußert. Auch Adidas-Aktien konnten nach einem Analystenkommentar mit einem Plus von lediglich 0,31 Prozent mit dem Dax nicht Schritt halten. Die US-Investmentbank Raymond James rechnet damit, dass die Dollar-Stärke den Gewinn der Herzogenauracher im kommenden Jahr verhagelt. Denn Adidas erhalte rund 90 Prozent seiner Zulieferer-Rechnungen in Dollar.

An der Spitze im MDax verteuerten sich die Südzucker-Anteilsscheine um 5,50 Prozent, ohne dass es spezifische Unternehmensnachrichten gegeben hatte. Die Papiere von Wacker Chemie rückten nach einem positiven Analystenkommentar um 3,86 Prozent vor und beendeten damit erst einmal ihren jüngsten Abwärtstrend.

Der EuroStoxx 50 gewann 1,44 Prozent auf 3768,72 Punkte. Für den Pariser Cac-40-Index und den Londoner FTSE-100-Index ging es ebenfalls kräftig bergauf. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial legte zum europäischen Börsenschluss um ein halbes Prozent zu.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,14 Prozent am vergangenen Donnerstag auf nun 0,16 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 140,61 Punkte. Der Bund-Future notierte bei plus 0,01 Prozent auf 158,78 Punkte quasi unverändert. Der Euro erholte sich etwas: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0847 (Donnerstag: 1,0830) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9219 (0,9234) Euro.

(dpa)
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