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Börse
Politische Turbulenzen belasten den Dax weiterhin

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Spekulationen über ein mögliches Amtsenthebungsverfahren des US-Präsidenten Donald Trump haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt auch am Donnerstag vergrault: Der Dax schloss 0,33 Prozent tiefer bei 12.590,06 Punkten – um die Mittagszeit war er sogar kurz unter die Marke von 12.500 Punkten gerutscht.

Teils gute US-Wirtschaftsdaten und eine Erholung der Wall Street nach ihrem kräftigen Vortages-Minus hätten Schlimmeres verhindert, sagten Händler. Der MDax, der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen repräsentiert, gab um 0,16 Prozent auf 24 646,87 Punkte nach. Für den TecDax ging es um 0,11 Prozent auf 2195,73 Zähler abwärts.

Politische Turbulenzen zeigen Auswirkungen

Nachdem zuletzt der Ausgang der Frankreich-Wahl mit dem pro-europäischen Sieger Emmanuel Macron bei Aktien-Anlegern noch für Optimismus gesorgt hatte, ist mit dem Trump-Chaos die politische Unsicherheit wieder zurück und belastet die Börsen. Hinzu kamen politische Turbulenzen in Brasilien, die den dortigen Aktienmarkt zeitweise um zehn Prozent abstürzen ließen.

Die Anleger der Merck KGaA monierten den weiterhin nur vorsichtigen Ausblick des Pharma- und Chemiekonzerns und machten nach dem zuletzt guten Lauf der Papiere Kasse. Die Anteile verloren 2,55 Prozent.
Schwächer im Dax waren nur die Papiere der Deutschen Börse, was jedoch auf die ausgeschüttete Dividende zurückging.

Die Aktien von Krones fielen von ihrem Zwischenhoch weiter zurück und waren mit einem Kursabschlag von 3,57 Prozent der größte Verlierer im MDax. Für die Titel des Biotech-Unternehmens Medigene ging es am TecDax-Ende um 4,62 Prozent bergab.

Machtkämpfe sorgen für Unsicherheit

Ein Auftragseinbruch bei Grammer ließ die Anteilsscheine des Autozulieferers um 2,75 Prozent zurückfallen. Im frühen Geschäft waren sie um fast 10 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit Januar 2017 eingebrochen. Der Machtkampf mit dem Investor Hastor sorgt offenbar auch bei den Kunden von Grammer für Verunsicherung.

Der EuroStoxx 50 sank um 0,63 Prozent auf 3562,22 Punkte. Der Pariser Leitindex CAC 40 und der Londoner FTSE 100 beendeten den Handel ebenfalls schwächer. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsschluss 0,27 Prozent höher.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,22 Prozent am Vortag auf 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,38 Prozent auf 141,72 Punkte. Der Bund Future gewann 0,10 Prozent auf 161,62 Punkte. Der Euro legte am Donnerstag eine Pause von seinem jüngsten Höhenflug ein. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1129 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1129 (Mittwoch: 1,1117) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8986 (0,8995) Euro.

(isw/dpa)
 
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