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Börse
Euroanstieg und Ölpreis-Rutsch drücken Dax ins Minus

Das 1x1 der Börsensprache
Das 1x1 der Börsensprache FOTO: AP
Frankfurt/Main. Der Dax hat am Mittwoch nach einem überwiegend freundlichen Verlauf mit Verlusten geschlossen. Erneut fiel der deutsche Leitindex unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten.

Dabei wurde vor allem vom deutlichen Anstieg des Eurokurses zum US-Dollar belastet, nachdem die Ölpreise wieder ins Rutschen gekommen waren. Mit einem Minus von 0,25 Prozent bei 9961 Punkten ging das wichtigste deutsche Börsenbarometer aus dem Handel. Mittlerweile beläuft sich das Minus seit seiner zu Jahresbeginn ausgelösten steilen Talfahrt auf etwas mehr als sieben Prozent.

Der Index der mittelgroßen Werte, der MDax, sank am Mittwoch um 0,20 Prozent auf 19.588 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,28 Prozent auf 1719,26 Zähler zulegte. Der Euro stieg zeitweise bis auf 1,0882 US-Dollar und wurde zuletzt bei 1,0858 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0816 (Dienstag: 1,0836) US-Dollar festgesetzt.

Als Hauptbelastungsfaktor für die Verluste im Dax nannten Händler den Eurokurs, der im Zuge wieder abrutschender Ölpreise kräftig Auftrieb erhalten hatte. Die Ölpreise werden derzeit mit starkem Interesse verfolgt, da ihre Talfahrt kein Ende zu nehmen scheint. Einige Marktteilnehmer sehen darin ein Signal für eine schwächelnde Weltkonjunktur. Davon hat der Euro zuletzt meistens profitiert, denn Anleger sehen die Gemeinschaftswährung neben dem japanischen Yen zunehmend als "sicheren Anlagehafen" an. Für exportorientierte deutsche Unternehmen hingegen wirkt ein stärkerer Euro negativ, da er ihre Produkte außerhalb der Eurozone teurer macht.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten wegen des gestiegenen Eurokurses vor allem die Autowerte. Die Aktien von BMW und Continental büßten 2,31 Prozent und 2,14 Prozent ein und die von Daimler 1,30 Prozent.

Die Papiere des vom Abgasskandal gebeutelten Autobauers Volkswagen (VW) hielten sich demgegenüber recht stabil mit minus 0,37 Prozent. Zwar belastete auch hier der Euro, doch ansonsten herrscht eher Zuversicht unter den Anlegern. Vom harschen Ton der kalifornischen Umweltbehörde jedenfalls ließen sie sich nicht ernsthaft beunruhigen.

Ein positiver Analystenkommentar zu Eon gab dem schwer angeschlagenen Versorger-Papier Auftrieb und zog auch RWE mit nach oben. Beide stiegen um jeweils rund 4 Prozent. Die Experten der Schweizer Großbank UBS sprachen eine Kaufempfehlung für die Eon-Papiere aus, da sie die Aktie nach dem deutlichen Kursverfall inzwischen als "unterbewertet" ansehen.

Südzucker-Aktien knickten trotz guter Geschäfte mit Fruchtsaftkonzentraten, Tiefkühlpizzen sowie niedriger Rohstoffpreise um 14,31 Prozent ein. Händler sprachen jedoch von durchwachsenen Neunmonatszahlen und rechnen im kommenden Geschäftsjahr mit Gegenwind etwa bei den Bioethanol-Preisen.

Europaweit schlossen die Börsen überwiegend im Plus, auch wenn ihre Gewinne deutlich abbröckelten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,27 Prozent höher bei 3073,02 Punkten. Auch die Börsen in Paris und London legten moderat zu, während in den USA die Aktienmärkte zugleich nachgaben. Der Dow Jones Industrial verlor zum europäischen Handelsschluss 0,6 Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,45 Prozent am Vortag auf 0,41 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 140,07 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,27 Prozent auf 159,85 Punkte.

(felt/dpa)
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