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Prognosen gehen weit auseinander: Börse fährt 2009 Achterbahn

VON STEFAN WOLFF - zuletzt aktualisiert: 25.12.2008 - 18:13

Frankfurt/M. (RP). Zwischen 2500 und 7400 Punkten liegen die Prognosen zum Stand des Dax in einem Jahr. Am Ende des seit sieben Jahrzehnten schlechtesten Börsenjahres liegen die Prognosen der Analysten so weit auseinander wie selten zuvor.

Das Börsenjahr 2008 wird das schlechteste seit 1931 sein. Da die Wirtschaft auf eine weltweite Rezession zusteuert, hält sich die Vorfreude auf 2009 in Grenzen. Selten lagen die Prognosen so weit auseinander wie dieses Mal. Die Experten aus den Banken, Fondsgesellschaften und Analysehäusern taxieren den Deutschen Aktienindex (Dax) auf einen Jahresschlussstand 2009 zwischen 2500 und 7400 Punkten.

Dabei legen sie sich selten fest sondern schildern mehrere mögliche Szenarien mit dem jeweiligen Ausgang. Nur eines scheint wirklich sicher: Es wird eine heftige Achterbahnfahrt mit deutlichen Kursschwankungen werden. „2009 wird das Jahr des Timings“, sagt Ralf Groenemeyer von der Silvia Quandt Research GmbH. Nur welches Timing gefragt ist, ist genauso umstritten wie der Ausgang des kommenden Börsenjahres. So haben viele Häuser das erste Halbjahr bereits abgeschrieben.

Hoher Erwartungsdruck

Das Bankhaus Sal. Oppenheim dagegen rechnet mit einer starken Erholung in den ersten sechs Monaten. Dann drohe ein Kursverfall, der durch die Diskussion ausgelöst werde, wie nachhaltig ein von der Politik getriebener Aufschwung sein könne. Die WestLB setzt dagegen auf eine Erholung im zweiten Halbjahr. Wenn sich die Wirtschaftsaussichten wieder aufhellten, dann würden die Märkte folgen, heißt es.

Die größte Gefahr besteht darin, dass die in die Unternehmen gesetzten Erwartungen noch zu hoch sind. Die Gewinnschätzungen sind zwar schon 2008 deutlich eingebrochen, doch sollte sich dieser Trend fortsetzen. Die DZ Bank befürchtet zudem, dass auch die Dividendenzahlungen noch gekappt werden. Das würde all jenen Optimisten ein Bein stellen, die auf dividendenstarke Papiere setzen.

Dennoch lohnt sich ein Blick auf die einzelnen Empfehlungen. Hoch im Kurs stehen die Versorger, Telefondienstleister und als konjunkturunsensibel geltende Papiere, wie zum Beispiel der Dialysespezialist Fresenius Medical Care. Obwohl Aktien der Banken und der Automobilindustrie zuletzt stark gelitten haben, trauen ihnen die Anlageexperten keine großen Sprünge zu. JP-Morgan-Chef Jamie Dimon warnte jüngst gar vor einer anhaltend „schrecklichen Entwicklung“ der Finanzbranche.

Geringe Halbwertzeit von Prognosen

Wegen der eher trüben Aussichten für den Aktienmarkt schwenken einige Anleger auf den Anleihemarkt um. „Einige Unternehmensanleihen haben massive Kursverluste erlitten“ konstatiert Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank. Dadurch sind die Renditeaufschläge gegenüber Staatspapieren massiv gestiegen. Allerdings besteht gegenüber Schuldpapieren des Bundes auch eine höhere Ausfallgefahr. Anlegern raten Experten, sich genau über Unternehmen und deren Ausblick für 2009 zu informieren, bevor sie investieren. Wegen der kommenden Abgeltungssteuer sei es aber bei einer positiven Entscheidung für Aktien sinnvoll, sie noch in diesem Jahr zu kaufen.

Nimmt man die Prognosen zusammen, so sehen die Beobachter den Dax in den kommenden zwölf Monaten bei 5250 Punkten. Das ergäbe für Rezessionszeiten eine auskömmliche Rendite. Doch wenn dieses Jahr gelaufen wäre wie gedacht, dann stünde der Dax an Silvester bei 8500 Punkten.

Quelle: RP

 
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