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Börse
Griechenland-Poker drückt Dax nach unten

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Das Hin und Her im griechischen Schuldendrama hat den Dax am Freitagnachmittag deutlich nach unten gedrückt. Der Leitindex büßte zwischenzeitlich sogar seinen gesamten bisherigen Wochengewinn ein und fiel zuletzt um 0,94 Prozent auf 11 225,78 Punkte.

Gegen Mittag war das Börsenbarometer noch kurz ins Plus gedreht, nachdem sich neue Hoffnungen auf eine Lösung der Krise breitgemacht hatten. Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es zuletzt um 1,04 Prozent auf 20 032,00 Punkte nach unten und der TecDax der Technologiewerte fiel um 1,01 Prozent auf 1661,87 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte 1,15 Prozent ein.

Die Regierung in Athen ist zwar bereit, die Gespräche mit den internationalen Gläubigern zu intensivieren, damit es bald zu einem Abkommen kommt. Renten- und Lohnkürzungen jedoch werde Griechenland nicht akzeptieren, verlautete aus Kreisen der Regierung.

Die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank und der IWF verhandeln mit Athen über ein verbindliches Reformprogramm. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass Griechenland bisher blockierte Hilfsgelder in Höhe von 7,2 Milliarden Euro erhalten kann.

Nach Auffassung des Analysten Heino Ruland von Ruland Research sind die Europäer aktuell wohl nicht zu weiteren Zugeständnissen an Athen bereit. Die Investoren wollten in dieser Gemengelage vor dem Wochenende keine größeren Risiken eingehen und hätten deshalb zuletzt einen Teil ihrer Gelder in den als sicher geltenden Rentenmarkt umgeschichtet.

Nachdem hierzulande in den vergangenen Tagen vor allem Nebenwerte kräftige Ausschläge verbucht hatten, richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger nun wieder verstärkt auf Aktien aus der ersten Börsenliga: So schlugen sich die Papiere der Deutschen Telekom mit minus 0,16 Prozent besser als der Gesamtmarkt. Der US-Satellitenfernsehanbieter Dish feilt laut einem Bericht des "Wall Street Journal" weiter an einem möglichen Gebot für die Telekom-Tochter T-Mobile US.

Auch Autowerte standen im Blick. Während die Aktien von Daimler dank eines positiv aufgenommenen Kapitalmarkttages lediglich auf der Stelle traten, fielen die Anteilsscheine von BMW um 0,59 Prozent. Die Münchener bleiben beim Absatzwachstum in diesem Jahr weiter deutlich hinter dem Erzrivalen aus Stuttgart zurück.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,78 Prozent am Vortag auf 0,71 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,30 Prozent auf 137,67 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,29 Prozent auf 150,30 Punkte ein. Der Kurs des Euro gab nach: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1220 (Donnerstag: 1,1232) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8913 (0,8903) Euro.

(dpa)
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