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Börse
Ifo-Daten und Ölpreis-Rückfall belasten Dax

Das 1x1 der Börsensprache
Das 1x1 der Börsensprache FOTO: AP
Frankfurt/Main. Ein deutlich eingetrübtes Ifo-Geschäftsklima und wieder gesunkene Ölpreise haben am Montag die jüngste Erholung beim Dax erst einmal gestoppt.

Zum Handelsschluss sank der deutsche Leitindex um 0,29 Prozent auf 9736 Punkte. Am vergangenen Donnerstag und Freitag hatte er noch um insgesamt fast vier Prozent zugelegt. Nun sei die Euphorie aber verpufft, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

Für die anderen deutschen Indizes lief es hingegen besser: So legte der MDax der mittelgroßen Werte um 0,33 Prozent auf 19.280 Punkte zu. Das Technologiewerte-Barometer TecDax gewann sogar 1,17 Prozent auf 1688,47 Punkte.

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hatte sich im Januar unerwartet deutlich verschlechtert: Das Ifo-Geschäftsklima war auf den tiefsten Stand seit Februar 2015 gefallen - bei beträchtlich eingetrübten Aussichten für das kommende halbe Jahr. Bei den Ölpreisen, deren Entwicklung seit geraumer Zeit die Aktienmärkte stark beeinflusst, sorgte die Aussicht auf ein weiter hohes Angebot aus dem wichtigen Ölförderland Saudi-Arabien für neuen Verkaufsdruck.

Im Dax zeigte sich bei den Anlegern der Deutschen Bank weiter Verdrossenheit über die in der Vorwoche bekanntgegebene vorläufige Bilanz. Die Aktie büßte am Index-Ende 5,52 Prozent ein. Am Donnerstag hatte das Kredithaus mit einem Rekordverlust für Entsetzen gesorgt.
Die Papiere der Commerzbank gaben zum Wochenauftakt als zweitschwächster Dax-Wert um 3,60 Prozent nach.

Auch die Autowerte schwächelten: Volkswagen-Aktien verloren 1,95 Prozent, Daimler-Papiere sanken um 1,71 Prozent. Händler verwiesen auf den wieder gestiegenen Euro-Kurs, wodurch Waren exportorientierter Unternehmen außerhalb der Eurozone teurer werden.
Bei Volkswagen sorgte zudem ein neuer Streit zwischen Management und Betriebsrat über den Sparkurs für Unmut, während bei Daimler eine Einladung französischer Behörden wegen möglicher Überschreitung von Abgaswerten die Anleger verunsicherte.

Im MDax rückten die Papiere des Geld- und Kassenautomaten-Herstellers Wincor Nixdorf um 1,91 Prozent vor. Grund waren die Anhebung der Jahresprognose sowie besser als erwartete Quartalszahlen. An der Index-Spitze profitierten die Aktien des Autozulieferers ElringKlinger mit plus 4,97 Prozent von einem positiven Analystenkommentar der Deutschen Bank.

Der EuroStoxx 50 fiel um 0,71 Prozent auf 3001,78 Punkte. Für den CAC-40-Index in Paris und den FTSE-100-Index in London ging es ebenfalls nach unten. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss 0,46 Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,31 Prozent am Freitag auf 0,30 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,07 Prozent auf 140,89 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,10 Prozent auf 161,43 Punkte zu. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0815 (Freitag: 1,0808) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9246 (0,9252) Euro.

 

(felt/dpa)
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