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Börse
Ölpreise helfen Dax deutlich über 9300-Punkte-Marke

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch wie auch die Ölpreise wieder klar den Vorwärtsgang eingelegt. Der Dax baute seine Gewinne im Handelsverlauf aus und schloss 2,65 Prozent höher bei 9377 Punkten.

Damit knüpfte der hiesige Leitindex an seine am Vortag unterbrochene Erholungsbewegung an. In der vergangenen Woche war er noch erstmals seit Oktober deutlich unter die 9000-Punkte-Marke gerutscht und hatte bis zu knapp 19 Prozent gegenüber seinem Niveau Ende 2015 eingebüßt.

"Die Marktteilnehmer haben die Enttäuschung darüber, dass gestern keine Ölförderkürzung beschlossen wurde, schnell verdaut und konzentrieren sich nun darauf, dass immerhin ein gemeinsamer Schritt zur Stabilisierung der Märkte unternommen wurde", sagte Marktanalyst Andreas Paciorek von CMC Markets. Neben den steigenden Notierungen für den wichtigen Rohstoff, der als Konjunkturindikator gilt, gab eine freundliche Wall Street am Nachmittag weiteren Rückenwind.

Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Mittwoch 2,87 Prozent auf 18.960 Zähler und der Technologiewerte-Index TecDax legte um 2,74 Prozent auf 1586,98 Punkte zu.

Der Kursrutsch von letztlich 12,42 Prozent bei RWE konnte dem Dax wenig anhaben. Da die Papiere in den vergangenen Jahren schon stark an Wert verloren hatten, sind sie im deutschen Leitindex nur noch niedrig gewichtet. Schuld an den deutlichen Verlusten der Versorger-Aktie war die fast komplette Dividendenstreichung nach tiefroten Jahreszahlen. "Das übertrifft meine schlimmsten Alpträume", sagte der Essener Stadtkämmerer. Kommunale Großaktionäre wie die Stadt Essen erhalten für ihre Stammaktien nun keine Ausschüttung.

Die Beiersdorf-Aktien waren nach Geschäftszahlen mit minus 2,92 Prozent zweitgrößter Dax-Verlierer. Der Konsumgüterhersteller will entgegen den Analystenerwartungen schon das siebte Jahr im Folge lediglich 0,70 Euro je Aktie an seine Anteilseigner ausschütten. Dabei hatten die Hamburger das Jahr 2015 mit einem satten Gewinnplus abgeschlossen.

Ein Analystenkommentar sorgte ebenfalls für kräftige Kursausschläge: Eine Hochstufung der UBS um gleich zwei Stufen katapultierte Thyssenkrupp-Aktien mit einem Plus von 9,25 Prozent an die Dax-Spitze. Vor genau einer Woche war das Papier des Industrie- und Stahlkonzerns noch deutlich billiger gewesen und dabei auf den niedrigsten Kurs seit Juni 2012 gefallen. Nun sind laut dem UBS-Analysten Carsten Riek die Risiken eingepreist.

Im Nebenwerte-Index SDax legten die Grammer-Aktien um 4,26 Prozent zu. Der Autozulieferer hatte einem Analysten zufolge bessere Eckdaten für das Jahr 2015 vorgelegt als erwartet. Für die Papiere von Konkurrent Stabilus ging es dank eines guten Ausblicks um 2,37 Prozent bergauf. Im MDax legten sich die Titel des Zulieferers Norma Group um 1,66 Prozent zu.

Ebenfalls im Index der mittelgroßen Werte schafften Kuka-Aktien nach anfänglichen Verlusten in Reaktion auf die Zahlen ein Plus von 1,85 Prozent. Ein Händler sah eine insgesamt solide Geschäftsentwicklung des Roboter- und Anlagenbauers.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,13 (Dienstag: 0,12) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,10 Prozent auf 141,98 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,07 Prozent auf 164,25 Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1144 US-Dollar. Davor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1136 (1,1166) US-Dollar festgesetzt; der Dollar kostete 0,8980 (0,8956) Euro.

(felt/dpa)
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