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Börse tief im Minus
Dax geht mit Fehlstart ins neue Jahr

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Das nennt man wohl eine lupenreinen Fehlstart: Der Dax hat am Montagnachmittag seine Verluste ausgeweitet und ist um rund vier Prozent auf 10.320 Punkte eingeknickt.

Damit steuert der deutsche Leitindex auf den größten prozentualen Tagesverlust seit Ende August 2015 zu, als er um 4,70 Prozent eingebrochen war.

Nach einem Absturz in China um fast sieben Prozent sind die Kurse am Montag auch in Europa gefallen. An den chinesischen Börsen in Shanghai und Shenzhen wurde wegen der Turbulenzen sogar der Handel ausgesetzt. Hintergrund waren schlechte Industriedaten in China und die Furcht vor steigenden Ölpreisen wegen der neuen Spannungen im Nahen Osten.

Der Shanghai Composite Index sank um 6,9 Prozent auf 3296,66 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit fast drei Monaten. Daraufhin griff erstmals der neue chinesische Automatismus zur Unterbrechung des Handels. Dieser soll nach starken Kursschwankungen mit einer Pause zur Beruhigung der Märkte beitragen.

Auch der japanische Nikkei-Index fiel am ersten Handelstag 2016 um mehr als drei Prozent, der Hang Seng in Hongkong verlor in derselben Größenordnung. Später setzte sich die Tendenz in Europa fort. Der Dax verlor in Frankfurt zeitweise 4,2 Prozent, die Börse in London verbuchte 2,4 Prozent minus, die in Paris 2,7 Prozent.

Am Montag waren in China abermals schwache Industriezahlen publik geworden. Der Caixin-Markit-Index, der sich auf eine Umfrage bei Einkaufsmanagern der Industrie stürzt, sank von 48,6 im November auf 48,2 im Dezember. Es war der zehnte monatliche Rückgang in Folge.

Experten schlossen daraus auf eine schwache Entwicklung der chinesischen Wirtschaft, was auch auf schlechte Aussichten der asiatischen Exporteure hindeutet. Analyst Huang Cengdong von Sinolink Securities gab eine düstere Prognose ab: "Der Markt wird sich in den nächsten Wochen nicht erholen, weil es in der näheren Zukunft heftige Verkäufe geben wird."

Die am Wochenende eskalierten Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran trugen ebenfalls zur Nervosität bei. Riad hatte am Sonntagabend die diplomatischen Beziehungen zu Teheran abgebrochen.
Hintergrund ist der Streit über die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitisch geprägten Saudi-Arabien, nach der eine wütende Menge die saudische Botschaft im Iran stürmte.

Ökonomen befürchten, dass der Konflikt der beiden Öl-Exportländer die Versorgung beeinträchtigen und die Preise in die Höhe treiben könnte, wie der Marktbeobachter Ric Spooner von CMC Markets erklärte. Der Ölpreis zog am Montag bereits an. Die im internationalen Handel prägende Marke Brent wurde um 48 Cent teurer. Das Barrel kostete in London 38,15 Dollar.

(felt/dpa/AFP)
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