Dax unter 6000 - Dow unter 10.000 Punkte: Börsen brechen weltweit ein
zuletzt aktualisiert: 30.06.2010 - 06:39Frankfurt/Main (RPO). Nach mehreren zuversichtlichen Tagen hat sich am Dienstag deutlich Nervosität am deutschen Aktienmarkt breitgemacht. Getrieben von schwachen asiatischen Börsen startete der Leitindex Dax bereits mit deutlichen Verlusten und schloss den Tag mit einem Minus von 3,33 Prozent auf 5.952 Punkte. In New York rutschte der Dow Jones deutlich unter die Marke von 10.000 Punkten.
Die Stimmung unter den US-Verbrauchern brach im Juni überraschend ein. Die US-Verbraucher spielen eine Schlüsselrolle für die US-Wirtschaft, weil rund 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vom Privatkonsum abhängen. Eine zunehmende Unsicherheit über die wirtschaftlichen Perspektiven und die Aussichten am Arbeitsmarkt seien Hauptgründe für die starke Stimmungseintrübung, hieß es von den Machern der Studie.
Schlechte Vorgaben aus Asien und Europa ließen dementsprechend die Kurse an der Wall Street schwach starten, die Nachricht über schwindende Zuversicht der US-Verbraucher ließ sie dann einbrechen. Der Dow-Jones-Index für 30 führende Industriewerte verlor nach vorläufigen Berechnungen 268,22 Punkte oder 2,7 Prozent auf 9870,30 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-Index verlor 85,47 Punkte oder 3,9 Prozent auf 2135,18 Zähler.
An der Londoner Börse fiel der Index Footsie-100 auf 4914 Zähler, an der Börse in Paris schloss der Leitindex CAC 40 bei knapp 3433 Punkten. Auch die Kurse an den Märkten in Madrid und Mailand brachen ein: In der spanischen Hauptstadt gab der Leitindex um 5,45 Prozent nach, die Mailänder Börse schloss mit einem Minus von 4,44 Prozent. Auch die Börsen in Skandinavien schlossen allesamt im Minus von jeweils mindestens drei Prozent.
Euro schwächer
Schwächer notierte auch der Euro bei 1,2191 Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank am Nachmittag einen Referenzkurs von 1,2198 Dollar festgestellt hat. Devisenhändler wiesen zur Begründung auf die schwachen Aktienmärkte. Zudem lasse ein überraschender Anstieg der Arbeitslosenquote in Japan die Marktteilnehmer an der Nachhaltigkeit der Wirtschaftserholung zweifeln.
Im Dax notierten alle Werte schwächer. Stärkster Verlierer waren Infineon mit einem Minus von 5,1 Prozent auf 4,83 Euro. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Titel zuletzt im Zuge von Spekulationen um einen Einstieg der russischen Sistema stark zugelegt hatten. Lufthansa gaben knapp 5,0 Prozent auf 11,37 Euro nach.
Heidelbergercement verbilligten sich um 4,9 Prozent auf 39,49 Euro. Die geringsten Verluste verzeichneten Fresenius Medical Care mit einem Minus von knapp 1,0 Prozent auf 44,28 Euro.
In der zweiten Reihe führten Gildemeister die Verlierer mit einem Minus von 6,6 Prozent auf 9,08 Euro an. Leoni verbilligten sich um knapp 6,0 Prozent auf 16,65 Euro. Gewinner gab es auch hier nicht. Am glimpflichsten kamen Rhön-Klinikum mit einem Abschlag von 0,6 Prozent auf 18,14 Euro davon.
Im TecDAX stürzten Drägerwerk um 11,7 Prozent auf 43,50 Euro ab. Dialog Semiconductor fielen um 6,4 Prozent auf 9,48 Euro. Roth + Rau gaben 5,7 Prozent auf 22,02 Euro nach. Die geringsten Verluste fielen bei Carl-Zeiss Meditec mit 0,1 Prozent auf 11,12 Euro an.
Asien liefert Ouvertüre
Die asiatischen Märkte hatten mit Kursverlusten bis zu vier Prozent den Anfang gemacht: Die Märkte litten unter Unsicherheiten über fiskalpolitische Bremsmaßnahmen in China und Indien sowie enttäuschenden Konjunkturprognosen aus Japan.
Die Tokioter Börse folgte schließlich am Mittwoch der New Yorker Wall Street und verzeichnete deutliche Verluste. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte lag zum Ende des Vormittagshandels bei 9366 Zählern, einem Minus von 2,13 Prozent. Der breiter gefasste Topix-Index notierte 1,49 Prozent niedriger bei 839 Zählern. Der Nikkei fiel dabei unter eine wichtige Unterstützungslinie, was nach Ansicht von Händlern weitere Verluste nach sich ziehen dürfte.
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