Keine Verschnaufpause: Börsen-Crash in Frankfurt
zuletzt aktualisiert: 10.10.2008 - 09:17Düsseldorf (RPO). Der Erdrutsch an den weltweiten Finanzmärkten geht weiter. Am Morgen eröffnete der Dax mit einem Minus von fast zehn Prozent. In der Nacht gaben schon die Wall Street und die asiatischen Börsen nach. Ein Experte fordert die zwischenzeitliche Schließung der Märkte, um wieder zur Besinnung zu kommen.
Der Dax war mit Verlusten erwartet worden, nun trifft ihn die Krise abermals mit voller Härte: Zum Handelsstart gab das Börsenbarometer deutlich über 400 Punkte nach. Sämtliche Werte bis auf Volkswagen befinden sich im Minus.
Der Finanzmarktexperte Joachim Goldberg von dem Beratungsunternehmen Cognitrend forderte gegenüber dem Fernsehsender "n-tv" eine zeitweilige Schließung der Börsen: "Das muss allerdings eine globale Angelegenheit sein". Ab Sonntag solle man die Märkte eine Woche lang dicht machen, damit man zur Ruhe komme. "Derzeit sind die Verkäufe teilweise völlig kopflos."
Hiobsbotschaften aus Fernost
Im Vorfeld reihten sich die Hiobsbotschaften aus Asien aneiander. Der Nikkei-Index verlor am Morgen mehr als elf Prozent und notierte erstmals seit 2003 unter 9000 Punkten. Auch in Südkorea und Australien brachen die Aktienmärkte weiter ein. Der Nikkei-225 verlor in der ersten Handelsstunde 1042,08 Punkte und notierte bei 8115,41 Zählern. Das entsprach einem Minus von mehr als elf Prozent.
Inmitten der Zuspitzung der Finanzkrise hat in Japan der erste Finanzkonzern Konkurs anmelden müssen. Es handelt sich um das Lebensversicherungsunternehmen Yamato. Es ist ein Versicherer mittlerer Größe mit rund 1.000 Beschäftigten und Policen in einem Gesamtumfang von 1 Billion Yen (10 Milliarden Dollar/7,3 Milliarden Euro). Firmenchef Takeo Kanazono sagte, wegen der ungewöhnlich schnellen und drastischen Abwärtsbewegung bei den Aktien sei Yamato mit 111 Millionen Dollar in die roten Zahlen gerutscht.
Der Dow-Jones-Index war einen Tag zuvor an der New Yorker Aktienbörse um 679 Punkte oder 7,3 Prozent eingebrochen und notiert erstmals seit fünf Jahren unter der Marke von 9000 Zählern. Die vertrauensbildenden Maßnahmen von Regierungen und Zentralbanken erwiesen sich damit zunächst als wirkungslos.
Ölpreis und Euro im Tiefflug
Die Finanzkrise drück den Ölpreis auf den tiefsten Stand seit einem Jahr. Im Handel in Asien fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl am Freitag um 4,35 Doller auf 82,24 Dollar. Damit erreicht der Ölpreis den niedrigsten Stand seit Oktober vor einem Jahr. Grund sind die Erwartungen, dass die Finanzkrise zu einem weltweiten Wirtschaftsabschwung und damit auch zu einer sinkenden Nachfrage nach Öl führen wird.
Auch der Euro gab unter dem derzeitgen Druck nach und notiert derzeit bei 1,35 US-Dollar.
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