Defizitquote bereitet Sorge: Bundesbank ruft Regierung zum Sparen auf
zuletzt aktualisiert: 21.10.2005 - 14:56Frankfurt/Main (rpo). Die Finanzexperten der kommenden neuen Regierung können sich auf kein leichtes Amt freuen. Sie müssen weiter das Geld zusammenhalten. Die Deutsche Bundesbank hat vor der "äußerst kritischen" Haushaltslage gewarnt und die Bundesregierung zu eisernem Sparen aufgerufen.
Die Defizitquote werde in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge die von Brüssel tolerierte Drei-Prozent-Marke überschreiten, kritisierte die Bundesbank in ihrem am Freitag in Frankfurt am Main veröffentlichten Monatsbericht für Oktober. Es sei aber zweifelhaft, ob dies allein mit einer "unerwarteten gesamtwirtschaftlichen Eintrübung" gerechtfertigt werden könne.
Die Bundesbank appellierte an die Verantwortlichen in Berlin, den Haushalt zu konsolidieren und dabei ein Reformpaket zu schnüren, "das auch die Sozialversicherungssysteme einschließt". Die Gesamtverschuldung der Bundesrepublik stieg demnach von 59,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2001 auf 66,4 Prozent im vergangenen Jahr. Sie nehme aber weiter stark zu, warnten die Bundesbanker.
Für die Konjunktur sieht die Bundesbank dagegen Grund zur Hoffnung: Sie rechnet mit einem deutlichen Wachstum im abgelaufenen dritten Quartal zwischen Juli und September. Positive Impulse habe es in der Industrie, der Bauwirtschaft im Handel sowie im Export gegeben. Zwischen April und Juni war die Wirtschaft kalenderbereinigt um 0,6 Prozent im Jahresvergleich gewachsen, sie stagnierte aber im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres.
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