Falschgeld immer perfekter: Bundesbank warnt vor bulgarischen Blüten
VON ANJA WUNSCH - zuletzt aktualisiert: 18.04.2005 - 12:03Düsseldorf (rpo). Der Schaden durch Falschgeld hat sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Rund 81.000 Blüten zog die Bundesbank 2004 ein. Vor allem Scheine aus bulgarischen Druckereien können selbst aufmerksame Zeitgenossen täuschen.
Das geheimste Gewerbe der Welt hat aufgerüstet: Reichte zur Euro-Einführung ein Farbkopierer, um Verbrauchern falsches Geld unterzujubeln, sind inzwischen falsche Fuffziger mit Sicherheitsfaden, Hologramm, Perlglanzstreifen und Wasserzeichen im Umlauf. Besonders in Osteuropa, wo die Monatslöhne zum Teil nur bei 150 Euro liegen, tüfteln arbeitslose Grafiker besonders intensiv an den kunstvollen Nachahmungen, die selbst Experten oft nur unter dem Mikroskop enttarnen können.
Besondere Vorsicht ist laut Bundesbank bei den 50 und 100 Euro-Scheinen geboten. Sie machen mit über 80 Prozent den größten Teil aller Fälschungen aus. Allerdings ist die Gesamtzahl der Blüten im Vergleich zum echten Geld in Deutschland noch verhältnismäßig gering: 23 falschen stehen eine Million echte Banknoten gegenüber, im Dollarraum sind es im Schnitt 60 Fälschungen. Doch die Anzahl dürfte beim Euro weiter steigen, da Währungen mit großer Umlaufmenge bei Fälschern beliebter sind.
Politische Fehlentscheidungen
Dass die Euro-Fälscher innerhalb nur weniger Jahre so erfolgreich sein konnten, dafür macht der Fachautor Klaus Bender in seinem Buch „Geldmacher“ das Prinzip des kleinsten gemeinsamen Nenners verantwortlich, welches die zwölf Euroländer auf bei der Währungseinführung angewandt hätten. Vor allem französische Staatsdruckerei wollte laut Bender nicht vom billigen Rollendruck auf den schwerer zu fälschenden Bogendruck umstellen.
Jetzt blockiert die schwerfällige Europäische Zentralbank eine rasche Verbesserung. Erst für 2008 sind Euro-Scheine mit neuen Sicherheitsmerkmalen angekündigt. Doch auch die Bürger sind für die Sicherheit des Geldes mit Verantwortlich, denn die Besten Sicherheitsmerkmale nützen nichts, wenn sie keiner überprüfe. Oder wie ein Experte der Bundesbank es kürzlich auf den Punkt brachte: Jeder schaue auf das Verfallsdatum der Lebensmittel, die er im Supermarkt kaufe, aber das Bargeld wandere häufig ungeprüft in die Geldbörse. Also ab sofort fühlen, sehen, kippen und das selbst bei dem Geld, das aus dem Bankautomaten kommt.
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