kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Finanzkrise: Bundesrat verabschiedet Rettungspaket

zuletzt aktualisiert: 17.10.2008 - 13:22

Berlin (RPO). Es sieht gut aus für das Milliarden schwere Rettungspaket der Bundesregierung. Nachdem der Bundestag am Freitagvormittag mit großer Mehrheit zugestimmt hat, hat nun der Bundesrat das Eilgesetz verabschiedet. Es wird erwartet, dass auch Bundespräsident Horst Köhler noch heute das Eilgesetz unterzeichnet.

Nach einer zweistündigen Debatte hat auch der Bundesrat dem rund 500 Milliarden Euro schweren Rettungspaket zur Stabilisierung der Finanzkrise zugestimmt. Seit 11 Uhr tagte der Bundesrat in einer Sondersitzung zusammen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück warb vor der Länderkammer für das Hilfsprogramm. Es gehe um die Abwehr von Schaden für die Bundesrepublik, sagte Steinbrück am Freitag in der Sondersitzung des Bundesrates.

Steinbrück betonte, es habe in den vergangenen 70 bis 80 Jahren eine solche Finanzkrise wie derzeit nicht gegeben. Die nun vorgelegten Maßnahmen seien notwendig, um die "wichtigste Währung" für die Finanzmärkte wiederherzustellen: Vertrauen.

Dabei gehe es nicht darum, ein Bankmanagement vor den Ruin zu bewahren, sondern um die Erhaltung eines funktionsfähigen Kredit- und Finanzsektors in Deutschland. Dabei handele es sich um ein öffentliches Gut, das geschützt werden müsse. Dies sei von Bedeutung für Handwerksbetriebe wie für Großunternehmen sowie für die Kommunen und gesetzlichen Krankenversicherungen und auch für die Sparer.

Zustimmung vom Bundestag

Zuvor hatte der Bundestag das Finanzmarktstabilisierungsgesetz nach einer emotionalen Debatte beschlossen. Für das 500-Milliarden-Euro-Paket votierten in namentlicher Abstimmung 476 Abgeordnete, dagegen stimmten 99, ein Parlamentarier enthielt sich. Das Bundeskabinett hatte das Rettungspaket am Montag auf den Weg gebracht. Am Donnerstag räumte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den 16 Länderchefs die letzten Hürden aus dem Weg.

In der hitzigen Bundestagsdebatte hatten die Fraktionen von Union, SPD und FDP angekündigt, für das Paket stimmen zu wollen. Linke und Grüne wollten dagegen stimmen. Politiker aller Parteien wiesen darauf hin, dass die Situation außergewöhnliche Maßnahmen nötig mache. Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte, das Gesetzgebungsverfahren sei zwar eindeutig kürzer und schneller, aber keineswegs weniger gründlich und intensiv gewesen.

Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) betonte, das Paket habe bereits vor der Verabschiedung zur Beruhigung auf den Märkten beigetragen. Die Lehre müsse sein, dass die Reformen nun weitergehen müssten. Glos sagte: "Der Kapitalismus in seiner brutalen Form ist an die Wand gelaufen." Die soziale Marktwirtschaft sei Gebot der Stunde.

SPD-Fraktionschef Peter Struck nannte die Einigung innerhalb von wenigen Tagen einen "beispiellosen Kraftakt" von Regierung und Parlament. Zwar sei es für den Bundestag eigentlich eine Zumutung, ein solches Gesetz in nur in einer Woche zu verabschieden. "Aber wir hatten gar keine andere Chance", betonte Struck unter Hinweis auf die dramatische Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten.

Bundespräsident Horst Köhler will noch am Freitag das Eilgesetz unterzeichnen. Auch die darauf folgende Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt ist noch für den selben Tag vorgesehen, so dass das Gesetz am Samstag in Kraft treten kann.

Damit wären die Hilfen für von der Finanzkrise betroffenen Banken sicher. Das Gesetz bietet den Banken Staatsgarantieren bis Ende 2009. Das Gesamtvolumen des Rettungspakets umfasst 500 Milliarden Euro. Davon sind 400 Milliarden Euro Staatsgarantieren, 80 Milliarden Euro staatliche Beteiligungen und 20 Milliarden Euro Kredite für Bürgschaftsausfall.

Wenig Hoffnung auf schnelle Entspannung

Mit einer schnellen Entspannung der Finanzmärkte wird trotz des Rettungspakets der Bundesregierung nicht gerechnet. Experten gehen davon aus, dass nur langsam das gegenseitige Vertrauen der Banken wieder aufgebaut werden kann. Das Ifo-Institut rechnet sogar mit einem Scheitern. Grund dafür sei die vorgesehene Gehaltsdeckelung für Manager. "Ich möchte die Bank sehen, die dieses Paket in Anspruch nimmt", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Freitag dem Nachrichtensender N24.

Die Banken würden die Hilfen nicht in Anspruch nehmen, weil die Manager darüber entscheiden müssten, warnte Sinn. "Und die müssen damit akzeptieren, dass ihr Gehalt auf 500.000 Euro reduziert wird", erläuterte er. Die meisten Bankmanager verdienten ein Vielfaches davon. "Das ist der Pferdefuß", so Sinn. Eine Bank werde die Hilfen daher nur in Anspruch nehmen, wenn sie kurz vor dem Konkurs stehe.

Alles zur Finanzkrise in unserem Special.


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Lenovo erwägt PC-Produktion in Thüringen

Chinesischer Computerhersteller

Lenovo erwägt PC-Produktion in Thüringen

Der chinesische Computerhersteller Lenovo wird möglicherweise in Zukunft auch in Deutschland PCs herstellen. mehr 

Erdbeeren aus Supermärkten sind oft vergammelt

NDR-Dokumentation

Erdbeeren aus Supermärkten oft vergammelt

Sommerzeit ist Erdbeerzeit: Leider lässt die Qualität dieser Früchte in Supermärkten und Discountern sehr zu wünschen übrig. mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region
Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten
Peter Altmaier

Steigende Energiekosten

Altmaier fordert Zuschüsse für Arme

Umweltminister Peter Altmaier hat bei steigenden Strompreisen als Folge der Energiewende Staatshilfe für Geringverdiener angeregt. mehr

 
KINA - Reden und verhandeln: Partei die Linke hat neue Chefs

Chaotischer Parteitag der Linken

Ein Akt der Selbstzerfleischung

Die Linke bemüht sich auf ihrem Parteitag ihren Zerfallsprozess aufzuhalten. Doch die Gräben sind tiefer aufgerissen. Das Lager der Gewerkschaftslinken um Oskar Lafontaine provozierte mit Triumphgebärden. Das neue Führungsduo Katja Kipping und Bernd ... mehr

 
 
 
 

Westerwelle will politische Lösung

Koalition uneins über Syrien-Intervention

 

Schiffe aus deutscher Produktion

Israel stationiert Atomwaffen auf U-Booten

 

Bernd Riexinger im Porträt

Lafontaine-Freund und Agenda-Gegner

Strom-Rechner

kWh
vergleichen