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+++ Finanzkrisen-Ticker +++: Bush und Merkel beraten am Telefon

zuletzt aktualisiert: 08.10.2008 - 21:12

Düsseldorf (RPO). Die Finanzkrise hält die Welt in Atem. Immer wieder neue Meldungen von Börsen und Banken schüren die Angst der Bürger. Wir fassen alle aktuellen Entwicklungen an den Märkten für Sie in unserem Ticker zusammen.

+++ 20.11 Uhr: US-Präsident George W. Bush und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben am Mittwoch telefonisch über die weltweite Finanzkrise beraten. Bush habe die Kanzlerin angerufen, um die Maßnahmen seiner Regierung zur Stabilisierung der Finanzmärkte zu erläutern, teilte seine Sprecherin Dana Perino in einer schriftlichen Erklärung in Washington mit.

+++ 18.16 Uhr: Ein turbulenter Tag für den Deutschen Aktienindex: Der Dax kletterte nach den internationalen Leitzinssenkungen zwar zunächst bis an die Vortagsmarke von 5326 Punkten heran. Doch bis Handelsschluss fiel er wieder um 5,9 Prozent auf 5013,62 Punkte. Das war der niedrigste Stand seit Herbst 2005.

+++ 17.28 Uhr: Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) lässt einem Zeitungsbericht zufolge prüfen, ob die Bundesregierung eine Mitschuld am größer gewordenen Finanzloch des Instituts trägt.

+++ 17.18 Uhr: Um das 700-Milliarden-Doller-Paket zur Rettung der Finanzmärkte zu finanzieren will das US-Finanzministerium will mehr staatliche Schuldverschreibungen verkaufen. In einer Erklärung heißt es, das so "schweren Verwerfungen im Markt" entgegengewirkt werden soll. Die Nachfrage nach US-Schuldverschreibungen ist in der Finanzkrise steil gestiegen.

+++ 17.10 Uhr: Rohöl und Benzin werden immer billiger. Der Ölpreis fiel am Mittwoch pro Barrel um 1,44 Dollar auf 88,64 Dollar. Fachleute befürchten, dass die Finanzkrise mit Macht auf die Realwirtschaft übergreift und der Ölverbrauch sinken wird. Gegenüber den Höchstständen vom Juli ist der Ölpreis um mehr als 40 Prozent eingebrochen.

+++16.30 Uhr: Nachdem der amerikanische Dow Jones Index in dieser Woche bereits 875 Punkte eingebüßt hat, öffnete er deutlich unter dem Vortagsstand, schaffte dann aber ein Plus von 1,56 Prozent auf 9594 Punkte.

+++15.11 Uhr: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat für die USA und Deutschland die Wachstumsprognose gesenkt. In Deutschland werde sich das Wachstum in diesem Jahr auf 1,8 Prozent verlangsamen, hieß es am Mittwoch in Washington. In den USA sei 2008 mit einem Wachstum von nur noch 1,6 Prozent zu rechnen, und im kommenden Jahr nur noch mit einem geringen Plus von 0,1 Prozent.

+++ 15.06 Uhr: Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad sieht den Auslöser für die weltweite Finanzkrise in fehlender Hinwendung zur Religion. Die zusammenbrechenden Bankensysteme bewiesen, dass nun "Gottes Vorhersage eintrifft, dass Tyrannen und Korrupte gehen und durch die Frommen und Gläubigen ersetzt werden müssen", sagte Ahmadinedschad am Mittwoch in einer Fernsehansprache. Die Vorherrschaft der "internationalen Diebe" sei nun vorüber. Die Ursache für ihre Niederlage sei die Abkehr von "Gottesglauben und Frömmigkeit", sagte der als Kritiker der USA bekannte iranische Staatschef.

+++ 13.04 Uhr: Mehrere Zentralbanken haben angesichts der Finanzkrise in einer gemeinsamen Aktion ihre Leitzinsen gesenkt. Die Europäische Zentralbank beschloss am Mittwoch in Frankfurt am Main, den Leitzins für die Euro-Zone um 0,5 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent zu senken. Beteiligt an der Aktion haben sich auch die Zentralbanken der Schweiz und Großbritanniens.  Die US-Notenbank Fed hat am Mittwoch die Zinsen um 0,5 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent gesenkt. Auch die Bank of England senkte den Zins um 0,5 Prozentpunkte.

+++ 12.15 Uhr: Angesichts der weltweiten Finanzkrise hat der britische Premierminister Gordon Brown einen europaweiten Aktionsplan vorgeschlagen. Die britische Regierung habe andere EU-Staaten zu Beratungen über Vorschläge für ein mittelfristiges Finanzierungspaket eingeladen, die ihnen am Morgen übermittelt worden seien, sagte Brown am Mittwoch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Finanzminister Alistair Darling. Er habe das Vorhaben mit dem französischen Staatschef und amtierenden EU-Ratspräsidenten Nicolas Sarkozy besprochen. Zuvor hatte die britische Regierung ein milliardenschweres Hilfspaket für die größten Banken des Landes veröffentlicht.

+++ 11.46 Uhr: Mit einem deutlichen Absatzeinbruch hat BMW die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise zu spüren bekommen. Die Verkäufe des Konzerns brachen im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14,6 Prozent ein, wie der Münchner Autobauer am Mittwoch mitteilte. Insgesamt konnte der Konzern im vergangenen Monat nur noch 121.621 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkaufen und damit fast 21.000 weniger als ein Jahr zuvor. Allein bei der Kernmarke BMW ging der Absatz um 16,4 Prozent auf knapp 99.000 verkaufte Fahrzeuge zurück.

+++ 11.21 Uhr: Der frühere Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, hat sich für eine Verstaatlichung notleidender Banken ausgesprochen. Kopper sagte der Wochenzeitung "Die Zeit": "Man sollte angeschlagenen Banken keine Garantien geben, sondern sie verstaatlichen. Der Staat übernimmt die Institute, rekapitalisiert sie und kann sie danach wieder privatisieren. Für den Staat aber kann es sich sogar lohnen: Er kauft in der Krise und verkauft, wenn es wieder besser geht."

+++ 10.56 Uhr: Der Bundesverband deutscher Banken hat seine Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr deutlich gesenkt. Statt 1,0 Prozent werde nun nur noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent gerechnet, teilte der Verband am Mittwoch in Berlin mit. Die Erwartung eines Wachstums von 1,9 Prozent für dieses Jahr bekräftigte der Verband allerdings. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 2,5 Prozent gewachsen.

+++ 10.44 Uhr: Die deutsche Wirtschaft wird nach Erwartung des Bundesverbandes Deutscher Banken in der zweiten Hälfte dieses Jahres stagnieren und sich 2009 wieder etwas erholen. Für 2009 sei insgesamt nur noch ein Wachstum von rund 0,5 Prozent zu erwarten, erklärte der Geschäftsführende Vorstand des Verbandes, Manfred Weber, am Mittwoch in Berlin. Der Verband setzte die Wachstumsprognosen für dieses und das kommende Jahr damit drastisch zurück.

+++ 10.27 Uhr: Rohöl wird angesichts der weltweiten Finanzkrise immer billiger. Im asiatischen Handel fiel der Preis pro Barrel über Nacht um fast einen Dollar auf 89,13 Dollar. Fachleute befürchten, dass die Finanzkrise mit Macht auf die echte Wirtschaft übergreift und der Ölverbrauch sinken wird. Gegenüber den Höchstständen vom Juli ist der Ölpreis um mehr als 40 Prozent eingebrochen.

+++ 10.21 Uhr: Die französische Börse ist am Mittwoch in der ersten Stunde nach der Öffnung um 8,2 Prozent abgestürzt. Der Index der 40 wichtigsten notierten Unternehmen (CAC 40) verlor 305,37 auf 3.426,85 Punkte. Am härtesten traf es abermals die belgisch-französische Kommunalbank Dexia, ihr Kurs schmierte um 17,12 Prozent ab. In der vergangenen Woche hatten die Regierungen Belgiens, Frankreichs und Luxemburgs eine Finanzspritze von 6,4 Milliarden Euro für Dexia vereinbart, weil sie wegen massiven Verlusten ihrer US-Filiale FSA vom Bankrott bedroht war.

+++ 10.16 Uhr: Nach erneut heftigen Abstürzen zu Handelsbeginn hat die Moskauer Hauptbörse den Aktienindex MICEX bis Freitag ausgesetzt. In der ersten halben Stunde nach Öffnung war der MICEX um mehr als 14 Prozent eingebrochen. Der RTS-Index verlor innerhalb von 30 Minuten mehr als 11 Prozent und wurde für eine Stunde ausgesetzt. Die Börsen hatten am Montag ihre bislang schwersten Ein-Tages-Verluste verzeichnet. Am Dienstag hatte es dann nur noch leichte Verluste gegeben, nachdem Präsident Dmitri Medwedew neue Maßnahmen angekündigt hatte, um die Liquidität im Bankensystem zu verbessern.

+++ 9.47 Uhr: Der deutsche Börsenleitindex Dax ist am Mittwochvormittag unter die Marke von 5000 Punkten gefallen. Der Index gab gut sechs Prozent auf 4999 Punkte nach. Zu dem Ausverkauf der Aktien haben Händlern zufolge Befürchtungen geführt, dass Banken zahlungsunfähig sein könnten. Am Morgen hatte der japanische Nikkei-Index 9,4 Prozent verloren und war auf den niedrigsten Stand seit Oktober 1987 gefallen.

+++ 8.46 Uhr: Zur Wiederherstellung von Stabilität auf dem Finanzmarkt will die britische Regierungen Banken teilverstaatlichen. Dies erklärte das Finanzministerium in London am Mittwochmorgen vor Öffnung der Börse. Bei den acht Banken handelt es sich um Abbey, Barclays, HBOS, HSBC, Lloyds TSB, Nationwide Building Society, Royal Bank of Scotland und Standard Chartered. Der sogenannte Rekapitalisierungsplan bietet bis zu 50 Milliarden Pfund (64,5 Milliarden Euro) in Form von Vorzugsaktien.

+++ 8.19 Uhr: Mitten in der Finanzkrise kaufen die Menschen in den USA mehr Fernseher und Computer. Derzeit werden etwa rund 40 Prozent mehr Flachbild-TVs als im vergangenen Jahr verkauft, wie Shawn DuBravac vom US-Unterhaltungselektronikverband CEA sagte. "Die Verbraucher igeln sich zu Hause ein", sagte DuBravac. "Die Menschen geben sich überall in ihrem Leben mit weniger zufrieden, so dass sie sich wenigstens bei Technik-Produkten etwas gönnen wollen." Auch Laptops, Handys und Navigationsgeräte seien in der Krise bei den US-Bürgern beliebt.

+++ 7.21 Uhr: Die Kurse an den asiatischen Börsen sind weiter im freien Fall. In Japan brach der Leitindex Nikkei am Mittwoch um mehr als sechs Prozent oder 673 Punkte auf 9.482 Zähler ein. Zeitweise gab das Börsenbarometer sogar um 7,3 Prozent nach, bevor es sich wieder erholte. Die Börse in Tokio hat damit am Mittwoch den schlimmsten Crash seit mehr als zwei Jahrzehnten erlebt. Am Vortag hatte der Nikkei angesichts der sich zuspitzenden Krise auf den internationalen Finanzmärkten mit dem niedrigsten Wert seit fast fünf Jahren geschlossen.

+++ 7.10 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund hat Deutschlands Sparkassen als "Stabilitätsanker" in der internationalen Finanzkrise bezeichnet. "Es zeigt sich einmal mehr, dass in großen Krisen gerade die kleinen Einheiten besonders widerstandsfähig sind", sagte Städtebund-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

+++ 6.30 Uhr: Entwicklungsländer sind nach Einschätzung des Finanzmarktexperten Peter Wahl in besonderem Maße von der gegenwärtigen internationalen Finanzkrise betroffen. "Die Haushalte der Industrieländer werden durch die Rettungspakete für Banken dramatisch belastet", sagte Wahl, Mitarbeiter der entwicklungspolitischen Organisation WEED. Dadurch werde es für sie sehr schwierig, die geplante Steigerung der Entwicklungshilfe einzuhalten.

+++ 5.37 Uhr: Weniger als eine Woche nach der staatlichen Rettungsaktion für den US-Versicherungskonzern AIG hat das Unternehmen einigen seiner Manager einen Aufenthalt in einem kalifornischen Luxusresort spendiert. Auf der Rechnung in Höhe von insgesamt 440.000 Dollar (324.000 Euro) standen unter anderem Wellness-Behandlungen, Golf-Trips und Galamenüs. Das teilte ein Ermittlungsausschuss des US-Kongresses am Dienstag mit, der sich mit dem Kollaps und der anschließenden Teilverstaatlichung der American International Group beschäftigt.

+++ 3.29 Uhr: Angesichts des Massenandrangs der Privatanleger werden Goldmünzen- und -barren in Deutschland zunehmend knapp. Wie die "Berliner Zeitung" berichtet, nehmen Händler schon keine Bestellungen mehr entgegen: "Die Anfrage übersteigt bei weitem unsere Kapazitäten", sagte der Leiter der Berliner Filiale des Edelmetallhändlers Pro Aurum, Heiko Ganß, dem Blatt. Das gleiche Phänomen sei bundesweit bei Banken und Goldlieferanten zu beobachten.

+++ 0.26 Uhr: Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) erwägt Schadensersatzklagen gegen die in Geldnot geratene Münchner Hypo Estate und deren Manager. DSW-Sprecherin Daniela Bergdolt sagte der "Bild"-Zeitung: "Wir prüfen Schadensersatzansprüche gegen die Verantwortlichen." Als Begründung nannte Bergdolt die zögerliche Informationspolitik des Hypothekenfinanzierers gegenüber den Aktionären, die zu hohen Verlusten bei vielen Anlegern geführt habe. "Es wurde zu spät über die mögliche Schieflage informiert", kritisierte die DSW-Sprecherin.

+++ 0.22 Uhr: Die Union diskutiert angesichts der weltweiten Bankenkrise über eine verschärfte Haftung für Manager. Der CDU-Finanzpolitiker Otto Bernhardt nannte in der "Bild"-Zeitung erstmals konkrete Maßnahmen, die in einem Gesetz stehen könnten. Denkbar sei, dass keine Abfindung bis zum Beginn des Rentenalters gezahlt werde, wurde Bernhardt in der Vorabmeldung zitiert.

Ein großes Special zur Finanzkrise finden Sie hier. 


 
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