Politiker kritisieren Gehaltserhöhungen: Chefs der Rentenversicherung genehmigen
sich bis zu 2100 Euro mehr Gehalt
zuletzt aktualisiert: 30.05.2004 - 09:14
Hamburg (rpo). Einem Zeitungsbericht zufolge haben sich die Chefs der gesetzlichen Rentenversicherung saftige Gehaltserhöhungen genehmigt. Demnach bekämen sie bis zu 2100 Euro mehr im Monat. Diese Entscheidung ist unter Politikern diverser Parteien auf massive Kritik gestoßen.
Der stellvertretende FDP-Chef Andreas Pinkwart sagte der "Bild am Sonntag", dies sei "ein Schlag ins Gesicht aller Rentnerinnen und Rentner". Der Sozialexperte der Union, Uwe Schummer, betonte: "Eine solche Gehaltserhöhung ist instinktlos und nicht nachvollziehbar."
Der Zeitung zufolge erhalten die Chefs der deutschen Rentenkasse eine Gehaltserhöhung von bis zu 2100 Euro im Monat. Sie stehe im Gesetz zur Organisationsreform der Rentenversicherung, das die Bundesregierung diese Woche verabschiedet hat. Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) wird im nächsten Jahr mit dem Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) zum neuen "Deutschen Rentenversicherung Bund" zusammengeschlossen.
Der Chef der Rentenbehörde erhält dem Blatt zufolge künftig einschließlich anteiligem Weihnachtsgeld 10 908,45 Euro im Monat. Bisher habe sein Gehalt 8816,21 Euro betragen. Das entspreche einer Erhöhung von 2092,24 Euro im Monat. Seine beiden Stellvertreter erhielten das bisherige Chefgehalt von 8816,21 Euro. Das seien bis zu 876 Euro mehr als bisher.
Im Gesetzentwurf werde die Gehaltserhöhung mit der größeren Verantwortung der Rentenchefs begründet. Die neue BfA betreue "annähernd genau so viele Versicherte und laufende Rentenfälle wie derzeit 22 Regionalträger". Durch die Organisationsreform soll die frühere BfA aber in den nächsten 15 Jahren Millionen "Kunden" an die anderen Rententräger abgeben. Statt heute 52 Prozent der Versicherten soll die neue Bundes-Rentenkasse dann nur noch 40 Prozent der Versicherten betreuen.
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