Staatliche Hilfen: Commerzbank schließt weitere Bitte nicht aus
zuletzt aktualisiert: 01.03.2009 - 11:27Frankfurt/Main (RPO). Die Commerzbank kann nicht ausschließen, um zusätzliche Kapitalspritzen vom Staat bitten zu müssen. Zwar habe die Commerzbank momentan eine "angemessene Kapitalausstattung", sagte Blessing in einem Interview. "Aber niemand weiß, was in dieser Krisenzeit auf die Banken zukommen kann," fügte er hinzu.
Blessing räumte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ein, dass an einen raschen Ausstieg des Staates bei der Commerzbank nicht zu denken sei. Wie lange der Staat beteiligt bleibe, entscheide die Regierung. "Aber sicher nicht nur zwei oder drei Jahre," sagte der Bankchef.
Die Staatsbeteiligung werde sich für die Steuerzahler möglicherweise als Geschäft erweisen. "Bei einem Kapitalmarktzins von um die drei Prozent verdient der Staat. Er nimmt Geld für drei Prozent und verleiht es für neun Prozent," führte Blessing aus.
Er äußerte sich zudem besorgt über die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank, nachdem der frühere Besitzer, die Allianz-Versicherung, kürzlich für die Dresdner Bank einen Verlust von 6,4 Milliarden Euro ausgewiesen hatte. "Für 2009 rechnen wir noch mit erheblichen Umstellungskosten", sagte Blessing. Erst bis 2012 würden die Erträge höher und die Kosten niedriger werden. Die Debatte um die Streichung der Boni sorgt laut Blessing in beiden Bankhäusern immer noch für großen Ärger. "Natürlich sind die Mitarbeiter enttäuscht. Das kann ich gut verstehen," sagte er.
2008 hatte die Commerzbank bereits eine Kapitalspritze in Höhe von 8,2 Milliarden Euro erhalten, Anfang Januar erhielt das Finanzinstitut weitere zehn Milliarden Euro. Der Bund hält seitdem zirka 25 Prozent an der Bank.
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