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Stammwerk Untertürkheim nun auch betroffen: Daimler weitet Kurzarbeit aus

zuletzt aktualisiert: 11.12.2008 - 14:32

Stuttgart (RPO). Schon wieder schlechte Nachrichten für die Mitarbeiter von Daimler: Der Konzern weitet wegen der Absatzkrise auf dem Automarkt die Kurzarbeit auf das Stammwerk in Stuttgart-Untertürkeim aus. Dort wird für die ersten drei Monaten 2009 Kurzarbeit eingeführt. Ford steigert seinen Marktanteil in Deutschland.

Dies sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Geplant seien ab 12. Januar eine Vier-Tage-Woche, und zeitweilig auch eine Drei-Tage-Woche sowie verlängerte Ferien an Karneval.

Betroffen sind den Angaben zufolge etwa 10.000 der rund 18.000 Beschäftigten in dem Mercedes-Werk. Das Unternehmen habe damit für den Standort gemeinsam mit dem Betriebsrat eine Regelung getroffen, die der momentanen Situation gerecht werde, sagte die Sprecherin. In dem Werk werden Motoren, Achsen und Getriebe gefertigt.

Absatzeinbruch im November

Auch im Mercedes-Werk im badischen Rastatt gibt es Kurzarbeit. Sie soll vom 12. Januar bis Ende Februar dauern. In Rastatt laufen die A- und B-Klasse vom Band. Für das größte Mercedes-Werk in Sindelfingen hatte Daimler am Wochenanfang bereits Kurzarbeit für die ersten drei Monate des Jahres angekündigt. Dort werden die Beschäftigten ab Freitag in verlängerte Weihnachtsferien geschickt.

In Sindelfingen rollen unter anderem die C-,E- und S-Klasse vom Band. In diesem Jahr werden bei Daimler etwa 80.000 bis 100.000 Autos weniger gebaut als geplant, wie aus mit der Sache vertrauten Kreisen verlautete. Der Absatz der Marken Mercedes-Benz, Maybach und Smart war im November um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat eingebrochen. Durch eine Betriebsvereinbarung sind Daimler-Beschäftigte bis Ende 2011 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.

Ford steigert Marktanteil in Deutschland

Der Autohersteller Ford hat seinen Marktanteil in Deutschland im November leicht gesteigert. Die 18 250 abgesetzten Fahrzeugen entsprächen rund 7,8 Prozent am gesamten Pkw-Markt, teilte das Unternehmen im Donnerstag in Köln mit. Im Vorjahresmonat habe der Marktanteil noch bei sieben Prozent gelegen. Gegenüber Oktober sank die Zahl der Neuzulassungen jedoch um rund 1200.

Zwischen Januar und November 2008 hat der Autobauer eigenen Angaben zufolge insgesamt mehr als 200 600 Pkw abgesetzt. Bei einer um insgesamt 1,5 Prozent rückläufigen Zahl von Gesamtneuzulassungen auf dem deutschen Markt habe Ford beim Absatz um 3,2 Prozent zugelegt.

Laut Marketing-Geschäftsführer Jürgen Stackmann nährt sich das Unternehmen der Marke von sieben Prozent Marktanteil 2008. Für das nächste Jahr sei es das Ziel, diese Position "weiterhin zu manifestieren".

Infolge der weltweiten Absatzkrise werde das Unternehmen für das Kölner Werk, wo die Modelle Fiesta und Fusion hergestellt werden, die tägliche Produktion von 1800 auf 1750 Einheiten ab Januar reduzieren, sagte eine Sprecherin. Dies habe auf die Arbeitszeit der Beschäftigten aber keine Auswirkungen. Zugleich könne die Produktion der weiteren Absatzentwicklung angepasst werden.

Zuvor hatte das Unternehmen bereits für die rund 700 Beschäftigten im Kölner Motorenwerk im November und Dezember vier Wochen Kurzarbeit angesetzt. In dem Werk werden den Angaben zufolge ausschließlich Aggregate für den amerikanischen Markt produziert. Vergleichbare Aktionen für 2009 seien derzeit nicht geplant. Auch für die anderen Werke gebe es derzeit keine Kurzarbeit. Insgesamt beschäftigt Ford in Deutschland nach eigenen Angaben rund 24 000 Mitarbeiter, mehr als 17 400 davon in Köln. Ein weiteres Produktionswerk gibt es in Saarlouis.

Quelle: AP

 
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