Börse am Mittag: Dax-Anleger sammeln Gewinne ein
zuletzt aktualisiert: 24.01.2011 - 15:40Frankfurt (RPO). Gewinnmitnahmen bei Autowerten und anderen Index-Schwergewichten haben den Dax zu Wochenanfang belastet. Der deutsche Leitindex sank bis zum Nachmittag um 0,6 Prozent auf 7017 Punkte. Der EuroStoxx50 gab 0,4 Prozent auf 2960 Zähler nach. An den US-Börsen zeichnete sich am Montag ein ruhiger Start mit kaum veränderten Kursen ab.
"Der deutsche Markt ist im Gewinnmitnahme-Modus", sagte ein Händler. Von neuen Nachrichten seien die Kursbewegungen nur wenig getrieben. "Man sucht noch danach, wie und wo man sich für das Gesamtjahr positionieren will." Ein andere Börsianer sah in der aktuellen Entwicklung eine "notwendige und gesunde Konsolidierung".
Mit einem Minus von 2,4 Prozent auf 111 Euro gehörten die Volkswagen-Vorzugsaktien zu den Schlusslichtern der ersten deutschen Börsenliga. Damit verloren sie den sechsten Tag in Folge. Dies ist die längste Negativ-Serie seit mehr als zwei Jahren. Börsianer verwiesen auf das knapp 86-prozentige Kursplus des Vorjahres und sprachen von anhaltenden Gewinnmitnahmen. Gleiches gelte auch für Daimler und BMW, die sich um jeweils 1,5 Prozent verbilligten. Viele Anleger zögen ihr Geld aus der Autobranche und schichteten in andere Werte wie Versorger oder Finanztitel um, erläuterte ein Händler. Die Unternehmen dieser beiden Branchen hatten 2010 gegen den Trend kräftig verloren.
Abschläge verzeichneten im Handelsverlauf vor allem die Aktien von ThyssenKrupp mit einem Minus von 3,2 Prozent oder 94 Cent. Die Titel waren bereits mit einem Dividendenabschlag von 45 Cent in den Handel gegangen. Auch die schwer gewichteten Anteilsscheine von BASF verloren mit 2,5 Prozent besonders stark. Auf der Gewinnerseite fielen die Aufschläge vergleichsweise gering aus, Münchener Rück führte mit einem Plus von 0,9 Prozent an. Gefragt waren auch Siemens einen Tag vor den Quartalszahlen und der Hauptversammlung. Die Aktien des Technologie-Konzerns legten trotz schwacher Quartalsergebnisse des Konkurrenten Philips 0,8 Prozent auf 93,09 Euro zu. Bei dem niederländischen Konzern habe vor allem das Unterhaltungselektronik-Geschäft enttäuscht, über das Siemens nicht verfüge, betonte ein Analyst. Das Philips-Medizingeschäft und hier vor allem der Auftragseingang habe sich dagegen ordentlich entwickelt. Außerdem profitiere Siemens weiterhin von den starken Zahlen des US-Konkurrenten General Electric (GE) vom Freitag. Die Philips-Aktien gaben am Montagnachmittag dagegen um 5,7 Prozent auf 23,18 Euro nach.
Im MDax gerieten vor allem die Titel von ProSiebenSat.1 unter Druck, die rund sechs Prozent auf 20,60 Euro verloren. Händlern zufolge belastete die Aktie neben Gewinnmitnahmen, dass die Sendergruppe den Verkauf von Unternehmensteilen im Ausland vorantreibe. "Diese Abkehr von der Internationalisierung vergrößert die Abhängigkeit vom deutschen Werbemarkt", monierte ein Börsianer.
Auf der Gegenseite profitierten Sky Deutschland Händlern zufolge von einer Heraufstufung durch Bank of America/Merrill Lynch. Die Analysten der US-Bank empfohlen die Aktien zum Kauf und setzten sie mit einem Kursziel von 3,60 (bislang: drei) Euro auf ihre Empfehlungsliste "Europe 1". Die Sky-Papiere gewannen 5,2 Prozent auf 2,66 Euro.
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