Fast 24 Prozent zugelegt: Dax beendet 2009 mit großem Plus
zuletzt aktualisiert: 30.12.2009 - 14:31Frankfurt (RPO). Die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten hat 2009 viele Unternehmen in die Pleite getrieben. Zeitweise waren bis zu eine Million Menschen in Kurzarbeit. Doch an der Börse ging es nach den drastischen Kurseinbrüchen 2008 wieder bergauf.
Der Leitindex schloss am Mittwoch mit 5957,43 Punkten 0,9 Prozent niedriger als am Vortag, was Händler vor allem auf Gewinnmitnahmen zurückführten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schaffte es kurz vor Jahresende sogar auf einen neuen Jahreshöchststand von 6.011 Punkten. Hier Fragen und Antworten zum Börsenjahr 2009:
Wie hat sich der Leitindex Dax im Laufe des Jahres 2009 entwickelt?
Über das gesamte Jahr gesehen positiv. Der Dax schloss zum Ende des Krisenjahres 2008 - in dem die Pleite der Lehman-Bank in den USA die Finanzmärkte in aller Welt schwer ins Trudeln brachte - noch bei 4810 Punkten. Ein Jahr später schaffte es der deutsche Leitindex schon wieder auf 5957 Zähler, legte also rund 24 Prozent zu. Den Tiefpunkt erreichte das Börsenbarometer Anfang März bei 3666 Punkten, der beste Tagesschlusskurs wurde am (gestrigen) Dienstag mit 6011 Zählern erreicht.
Anleger, die also Anfang 2009 ihr Geld an die Börse brachten und in der Talfahrt im Frühjahr durchhielten, dürften sich nun über ein deutliches Plus freuen. Allerdings gilt das nicht für alle Dax-Titel.
Welche Dax-Unternehmen schnitten am besten ab, welche am schlechtesten?
Wie Phönix aus der Asche tauchte der Münchner Chipkonzern Infineon am Ende eines katastrophalen Geschäftsjahres wieder auf. Das Unternehmen ist im Schlussquartal nicht nur in die Gewinnzone zurückgekehrt - Infineon erwartet für 2010 sogar einen Jahresgewinn. Es wäre der erste seit 2005. Mit einem Plus von rund 353 Prozent - auf allerdings bescheidene 3,87 Euro - war die Aktie in diesem Jahr der Abräumer unter den 30 Dax-Werten. Den zweiten Platz nimmt die Deutsche Bank ein, die den Wert ihrer Aktie um 82 Prozent auf rund 50 Euro steigern konnte. Ein anderer Bankwert - die in der Finanzmarktkrise schwer ins Trudeln geratene Commerzbank - war dagegen mit einem Minus von mehr als 10 Prozent an der Börse der große Verlierer.
Wer ist neu in den Dax aufgenommen worden, wer musste gehen?
2009 gab es relativ viele Wechsel: Im Frühjahr mussten Infineon und die Deutsche Postbank den deutschen Leitindex verlassen, neu aufgenommen wurden dafür Fresenius und die Hannover Rückversicherung. Schon im Herbst allerdings flog Hannover Rück wieder aus dem DAX und Infineon kehrte zurück. Der Versicherungskonzern musste den exklusiven Club wieder verlassen, weil die Aktie hinsichtlich ihres Börsenumsatzes die Kriterien für einen Verbleib im DAX Index nicht mehr erfülle, wie die Deutsche Börse damals begründete.
Was sind die Kriterien für die Aufnahme in den Dax?
Wer im wichtigsten deutschen Börsenbarometer vertreten sein darf, entscheidet der Vorstand der Deutschen Börse AG auf Empfehlung des Arbeitskreises Aktienindizes. Um zum erlauchten Kreis der 30 Dax-Konzerne zu zählen, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Salopp formuliert heißt das: Je höher der Börsenwert und je intensiver die Aktien des Unternehmens gehandelt werden, desto größer sind die Chancen für den Sprung in den exklusiven Kreis. Außerdem müssen mindestens 10 Prozent der Aktien im Streubesitz sein, das bedeutet, diese Aktien müssen frei handelbar sein.
Wie lauten die Prognosen für 2010?
Diese Vorhersagen fallen - wie eigentlich immer - sehr unterschiedlich aus. Volkswirte und Analysten von 37 inländischen und ausländischen Banken sehen laut einer "Handelsblatt"-Umfrage auch 2010 noch Chancen auf deutliche Kurssteigerungen. Die durchschnittliche Prognose lag bei 6340 Punkten für den Dax zum Jahresende 2010. Allerdings war die Spanne sehr weit: Die besonders optimistischen Fachleute hielten bei der Umfrage sogar 7500 Punkte für möglich, die besonders pessimistischen erwarten dagegen einen Rückfall auf 4500 Zähler.
Was müssen Privatanleger bei Aktienanlagen wissen?
Wer sein Glück an der Börse versucht, sollte einige wichtige Regeln beachten. So weist die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) auf ihren Internetseiten (dsw-info.de) unter anderem daraufhin, dass Anleger nicht auf Kredit spekulieren sollten, sondern nur eigenes Geld einsetzen. Dieses Geld sollte man auch wirklich übrig haben, und nicht zu einem bestimmten Termin wieder benötigen.
Auch auf das Prinzip Risikostreuung weisen die Aktionärschützer hin. Also, nicht die ganze Summe auf ein einziges Unternehmen setzen. Vorsicht sei bei dividendenlosen Aktien geraten: "Unternehmen, die keine Dividende zahlen, sind in der Regel mit einem höheren Risiko behaftet und gelten deshalb als spekulativ." Weiter wird empfohlen, seriöse Beratung in Anspruch zu nehmen. Und schließlich ist fortlaufende Information das A und O: Dazu zählen ebenso die Quartalsberichte der Unternehmen als auch die Lektüre von Fach- und Finanzzeitschriften.
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