Börse: Dax behauptet die 6000-Punkte-Marke
zuletzt aktualisiert: 29.12.2009 - 18:08Frankfurt (RPO). Am letzten vollen Handelstag des Jahres haben sich kaum noch Anleger für die Börse interessiert. Der Dax schloss am Dienstag bei sehr geringen Umsätzen mit 6011 Punkten 0,1 Prozent höher. Zuvor hatte sich der Leitindex zeitweise auf ein 15-Monats-Hoch von 6026 Punkten gehangelt.
Die paneuropäischen Indizes Stoxx50 und EuroStoxx50 schlossen ebenfalls kaum verändert. Nachdem in New York ein unerwartet deutlicher Anstieg des Verbrauchervertrauens im Dezember an der Börse rasch wieder verpufft war, hätten einige Anlege Gewinne mitgenommen, sagten Händler. An der Wall Street notierten die großen Indizes zum Handelsschluss in Europa auf ihrem Vortagesschlussniveau.
Händler beklagten vor allem die - auch für die Zeit zwischen den Jahren - ungewöhnlich geringen Umsätze. Im Dax wurden nur noch 47 (Vortag 38) Millionen Aktien für 1,3 (1,1) Milliarden Euro gehandelt. Anfang Dezember hatte das Handelsvolumen noch meist über drei Milliarden Euro gelegen. "Die Performance ist gemacht, die Bücher geschlossen, die Anleger warten auf Silvester", erläuterte ein anderer Händler. Am Mittwoch wird in Frankfurt nur bis 14.00 Uhr gehandelt. An Silvester ist die Börse geschlossen.
15-Monats-Hoch
Am Montag war der Dax erstmals seit 15 Monaten wieder über 6000 Punkte gestiegen. Nur wenige Börsianer hatten diese Entwicklung vor Jahresfrist für möglich gehalten, als 2009 bereits als Krisenjahr verschrien wurde, ehe es überhaupt begonnen hatte. Von Reuters befragte Analysten hatten dem Dax damals zum Jahresende 2009 im Schnitt eine Erholung auf 5250 Punkten von seinerzeit rund 4800 Punkten zugetraut.
Für 2010 sind die meisten Börsianer relativ zuversichtlich. Von Reuters befragte Experten haben für das erste Halbjahr 2010 im Schnitt einen Dax-Stand von 6239 Punkten vorhergesagt. Allerdings gibt es auch Skeptiker. So befürchten einige, dass die seit 2008 kontinuierlich fallenden Umsätze noch weiter rückläufig sein könnten. Andere halten die Erholung für übertrieben. "Viel Geld und wenig Substanz" steckten hinter der Kursentwicklung, sagte ein Händler. Mit einem Plus von 25 Prozent im Gesamtjahr wird 2009 für den Dax das neuntbeste Jahr seit der Einführung 1988 sein.
Rückenwind durch Eon
Im weiter illiquiden Geschäft sorgten am Dienstag vor allem Aufschläge bei Eon und RWE für Rückenwind. Eon stiegen um knapp zwei Prozent und bescherten dem Dax damit ein Plus von gut elf Punkten. RWE legten 0,5 Prozent zu. Auf Jahressicht zählen beide Titel zu den Nachzüglern im Dax. "Einige Anleger versuchen offenbar noch, ihre Bestände mit Aktien aufzufüllen, die dieses Jahr nicht so gut gelaufen sind und 2010 vielleicht Nachholbedarf haben", erklärte ein Händler. So liegen Eon mit einem Plus von rund vier Prozent auf dem 25. Platz im Dax. RWE waren nur unwesentlich besser mit einem Plus von 7,7 Prozent.
Infineon stiegen um 1,2 Prozent auf 3,885 Euro. Die Titel des Chipherstellers haben in diesem Jahr mit über 350 Prozent so viel wie keine andere Dax-Aktie zugelegt, allerdings ist keine Aktie im Dax nominell weniger wert.
Größter Lichtblick am deutschen Aktienmarkt waren mit einem Plus von gut elf Prozent die Aktien von Q-Cells. Das Solarunternehmen hatte bekräftigt, im kommenden Jahr einen operativen Gewinn erwirtschaften zu wollen. Analysten und Börsianer beschrieben das Plus als übertrieben. "Für 2010 und 2011 gibt es aufgrund einer geplanten Kürzung der Solarförderung in Deutschland deutliche Ertragsrisiken für das Unternehmen", schrieben die Analysten der DZ Bank, die ihre Verkaufsempfehlung bekräftigten. Im Gesamtjahr halten Q-Cells mit einem Verlust von 56 Prozent die rote Laterne im TecDax.
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