Finanzkrise: Dax dreht nach positivem Start ins Minus
zuletzt aktualisiert: 07.10.2008 - 09:29Frankfurt/Main (RPO). Nach dem Börsenbeben vom Vortag hat sich die Talfahrt am deutschen Aktienmarkt am Dienstagmorgen fortgesetzt. Nach leichten Kursgewinnen zu Handelsbeginn lag der Deutsche Aktienindex (DAX) gegen kurz nach 10.00 Uhr mit 0,58 Prozent im Minus und notierte bei 5.355,81 Punkten.
Auch die Nebenwerte MDAX und TecDAX sackten mit einem Minus von 0,94 beziehungsweise 1,23 Prozent weiter kräftig ab.
Zu den Verlieren gehörten erneut Bankwerte: Deutsche Bank gaben um mehr als 13 Prozent nach, Commerzbank um 12 Prozent. Auch SAP-Aktien lagen mit über 8 Prozent kräftig im Minus. Gewinne verzeichneten dagegen Volkswagen und Linde.
Die eskalierende Finanzkrise hatte den internationalen Börsen einen weiteren "Schwarzen Montag" beschert. Vor allem nach Handelseröffnung in New York ging es dramatisch bergab: Der DAX war zeitweise bis auf 5.293 Punkte abgestürzt und hatte mit einem Minus von 7,1 Prozent bei 5.387 Zählern geschlossen.
Am Morgen war der deutsche Aktienmarkt positiv gestartet. Nach den hohen Verlusten vom Montag stieg der DAX bis 9.15 Uhr um 1,7 Prozent auf 5480 Punkte. Am Dienstagmorgen hatte der MDAX 1,7 Prozent auf 6234 Zähler gewonnen und der TecDAX legte 1,9 Prozent auf 615 Punkte zu. Händler hatten für das frühe Geschäft einen Erholungsschub im DAX vorausgesagt. "Was die Stimmung derzeit stützt, ist die Hoffnung auf eine konzertierte Leitzinssenkung der großen Notenbanken", sagte ein Marktteilnehmer.
Vor diesem Hintergrund habe sich auch Wall Street im späten Geschäft am Montag erholt, hieß es weiter. Am Montag waren die internationalen Börsen im Sog der internationalen Finanzkrise und der damit verbundenen Rezessionssorgen auf breiter Front eingebrochen.
In New York verlor der Dow-Jones-Index zeitweise 800 Punkte. Bis Zum Handelsschluss verringerte er seine Verluste allerdings deutlich und lag nur noch mit 3,6 Prozent im Minus bei 9956 Punkten. Damit wurde erstmals seit vier Jahren die Marke von 10 000 Punkten nach unten durchbrochen. Der Nasdaq Composite fiel um 4,3 Prozent auf 1863 Punkte.
Der Euro zeigte sich am Dienstagmorgen etwas fester zum Dollar. Am Montag war die Gemeinschaftswährung noch auf ein neues Jahrestief bei 1,3443 USD gefallen. Gegen 9.15 Uhr notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,3575 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte am Montagnachmittag einen Referenzkurs von 1,3634 Dollar festgelegt. Der Preis für Rohöl fiel am Montag in New York unter die Marke von 90 Dollar je Barrel. Mit 87,81 Dollar wurde der niedrigste Preis seit dem 6. Februar dieses Jahres verzeichnet.
Im Leitindex DAX stiegen Hypo Real Estate um rund 19 Prozent auf 5,60 Euro. Am Montag hatte die Aktie mehr als 37 Prozent verloren. Infineon verteuerten sich um 6,7 Prozent auf 3,93 Euro. Im Minus eröffneten lediglich zwei Werte. SAP verloren nach der Gewinnwarnung vom Vorabend rund ein Prozent auf 28,56 Euro und Deutsche Bank gaben 0,7 Prozent auf 47,51 Euro nach.
In der zweiten Reihe stiegen Aareal Bank nach ebenfalls heftigen Verlusten am Vortag um 9,3 Prozent auf 8,01 Euro. Klöckner & Co. legten 6,1 Prozent auf 13,28 Euro zu. Schwächer notierte mit MLP nur ein einziger Wert. Die aktie verlor 2,1 Prozent auf 12,48 Euro.
Im TecDAX lagen am Morgen 28 der 30 Werte im Plus. Angeführt wurden sie von IDS, die 6,0 Prozent auf 5,79 Euro gewannen. Schlussllicht waren Pfeiffer Vacuum, die 1,7 Prozent auf 54,09 Euro verloren.
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