Börsen in Asien schließen im Minus: Dax eröffnet mit Verlusten
zuletzt aktualisiert: 07.07.2010 - 09:28Tokio (RPO). Nach dem jüngsten Aufwärtstrend ist dem Dax am Mittwoch die Puste ausgegangen. Belastet von negativen Vorgaben aus Asien und nur geringen Gewinnen an den New Yorker Börsen gab der deutsche Leitindex in den ersten Handelsminuten 0,8 Prozent auf 5891 Punkte ab.
"Das gestrige Kursplus war wohl nur ein kleines Strohfeuer, das auch von Schnäppchenjägern ausgelöst worden ist", sagte Marktanalyst Christian Schmidt von der Helaba. Aus charttechnischer Sicht sei eher mit einem weiteren Abwärtstrend zu rechnen. Mit Spannung wurden die Daten zum Auftragseingang der deutschen Industrie für Mai erwartet, die am Mittag anstehen.
Verluste verzeichneten etwa die Aktien der Deutschen Telekom, die 1,4 Prozent nachgaben. ThyssenKrupp büßten 1,8 Prozent ein. Gegen den Trend konnten sich die Titel von Manz behaupten, die mit einem Plus von 2,8 Prozent die Gewinnerliste im TecDax anführten. Der überwiegend für die Solarindustrie produzierende Spezialmaschinenbauer hatte Zahlen zum Auftragseingang veröffentlicht und über eine stark wachsende Nachfrage von Solarzellen-Herstellern in bestimmten Bereichen berichtet.
Märkte in Asien verlieren
Die Aktienmärkte in Fernost haben am Mittwoch überwiegend Verluste verbucht. Die Investoren befürchteten, dass die wirtschaftlichen Erholung an Fahrt verliert. Geschürt wurden die Ängste vor allem durch Konjunkturdaten aus den USA, wonach sich das Wachstum des Dienstleistungssektors zuletzt abgeschwächt hat.
In Tokio ging der Nikkei-Index der 225 führenden Werte mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 9279 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,7 Prozent auf 841 Punkte. Auch die Aktienmärkte in Taiwan, Südkorea, Hongkong und Shanghai verzeichneten Verluste. Lediglich die Börse in Singapur notierte etwas fester.
Die Investoren seien nicht gänzlich zuversichtlich, was die Aussichten für die Weltwirtschaft angehe, sagte Marktanalyst Y.S. Rhoo von Hyundai Securities in Südkorea. Die schwächer als erwartet ausgefallenen US-Daten drückten die Stimmung.
In Tokio gaben Exporttitel einen Teil der am Vortag verbuchten Gewinne wieder ab. Die Aktien von Sony verbilligten sich um 1,7 Prozent, die Titel von Honda gaben 1,6 Prozent ab. Canon-Papiere verloren rund 0,5 Prozent an Wert.
In Shanghai notierten die Titel der Industrial & Commercial Bank of China rund ein Prozent im Minus. Dem Thomson-Reuters-Dienst IFR Asia zufolge will das Institut im Zuge einer Kapitalerhöhung umgerechnet bis zu 5,3 Milliarden Euro einsammeln.
In Bangkok schossen die Aktien des Konglomerats Berli Jucker knapp 15 Prozent in die Höhe. Marktgerüchten zufolge könnte das Unternehmen ein Übernahmeangebot für das thailändische Geschäft des französischen Einzelhändlers Carrefour unterbreiten. Kreisen zufolge will Carrefour Geschäftsaktivitäten in Malaysia, Singapur und Thailand verkaufen und damit rund eine Milliarde Dollar einsammeln.
Zu den Gewinnern gehörten mit einem Plus von mehr als zehn Prozent auch die Titel der thailändischen Bank TMB. Der niederländische Finanzkonzern ING will seinen Anteil an dem Geldhaus ausbauen.
Der Euro gab 0,4 Prozent auf 1,2578 Dollar nach, hielt sich jedoch in der Nähe eines Sieben-Wochen-Hochs. Händlern zufolge könnte die Europäische Gemeinschaftswährung wegen der Sorgen über die Erholung in den USA und positiven technischen Signalen kurzfristig weiter zulegen. Der Dollar behauptete sich gegenüber der japanischen Währung bei 87,49 Yen. Der Euro fiel auf 110,10 Yen.
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