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Konjunktursorgen: Dax geht die Luft aus

zuletzt aktualisiert: 15.03.2010 - 20:03

Frankfurt (RPO). Dem Dax ist am Montag bei seinem Lauf in Richtung 6000 Punkte die Luft ausgegangen. Wegen Sorgen um die Erholung der Weltwirtschaft schloss der deutsche Leitindex bei geringen Umsätzen 0,7 Prozent schwächer bei 5903 Zählern. Auch der EuroStoxx50 gab um 0,9 Prozent auf 2872 Punkte nach. Unter Druck gerieten besonders Chemie- und Finanzwerte, während defensive Versorger- und Gesundheitswerte stützten.

"Nach dem deutlichen Anstieg in den vergangenen Wochen zeigt der Markt jetzt erste Ermüdungserscheinungen", sagte ein Händler. Die Warnungen des chinesischen Regierungschefs Wen Jiabao vom Wochenende, dass die Weltwirtschaft vor einem neuen Abschwung stehen könnte, hinterließen ebenfalls Spuren. Zudem warf der "Hexensabbat" am Freitag bereits seine Schatten voraus: bei dem Termin verfallen Futures und Optionen auf Indizes und Aktien. In den Tagen davor versuchen Anleger, die Kurse der von ihnen gehaltenen Aktien oder Derivaten in eine für sie günstige Richtung zu bewegen.

Nach Ansicht von LBBW-Marktstratege Steffen Neumann könnte der Dax einen neuen Angriff auf die 6000 Punkte wagen, wenn bei den Konjunkturdaten dieser Woche massive negative Überraschungen weiter ausblieben. Hingegen rechnet die NordLB in den kommenden Tagen mit einer Seitwärtsbewegung. Zu belastend sei die anhaltende Diskussion um die Stabilität des Währungsraumes, ausgelöst durch die prekäre Haushaltslage in Griechenland, hieß es in einem Marktkommentar.

STAHLWERTE VERSCHMÄHT - VERSORGER "IN"

Die skeptischeren Konjunktureinschätzungen belasteten am Montag vor allem Stahlwerte. Die Aktien von Salzgitter und ThyssenKrupp büßten 2,0 beziehungsweise 1,4 Prozent ein. Im EuroStoxx50 waren die Aktien von ArcelorMittal mit einem Minus von 2,2 Prozent einer der größten Verlierer. Zudem lasteten fallende Preise für Industriemetalle auf Minenwerten wie Anglo American und BHP Billiton.

Auch von Finanzwerten trennten sich viele Anleger. Der europäische Bankenindex verlor rund ein Prozent, die Commerzbank 0,4 und Societe Generale in Paris 2,5 Prozent. Ein Ausreißer bei den Aktien von Deutsche Bank sorgte zwischenzeitlich für Unruhe in den Handelsräumen. Nach einem Kursrutsch um 3,8 Prozent zu Handelsbeginn erholten sich die Titel rasch wieder und schlossen 0,6 Prozent schwächer bei 52,55 Euro. Händler vermuteten eine falsche Ordereingabe dahinter. Nach Angaben der Deutschen Börse wurde aber zunächst kein sogenannter "Misstrade" beantragt. Marktteilnehmer können bei einer Fehleingabe einer Kauf- oder Verkaufsorder beim Börsenbetreiber die Rückabwicklung des Geschäftes beantragen.

Auf den Einkaufslisten der Händler standen nach einer Hochstufung von JP Morgan Metro-Aktien weit oben. Sie legten 0,8 Prozent auf 41,97 Euro zu. Die Analysten sehen ermutigende Signale für die Geschäftsentwicklung in Osteuropa.

Die Titel des Gesundheitskonzerns Fresenius und seiner Dialysetochter Fresenius Medical Care profitierten vom Sicherheitsdenken der Anleger und stiegen um jeweils rund 1,2 Prozent.

Quelle: RTR/sdr

 
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