Börse: Dax klettert über 6300 Punkte
zuletzt aktualisiert: 03.08.2010 - 18:09Frankfurt/Main (RPO). Europas Börsen haben am Dienstag eine Verschnaufpause eingelegt. Nach den kräftigen Kursgewinnen vom Vortag nahmen einige Anleger ihre Gewinne mit. Der Dax ging dennoch mit einem leichten Plus von 0,25 Prozent auf 6307,91 Punkten aus dem Handel und kam damit besser davon als die meisten anderen großen europäischen Indizes.
Der Stoxx50 und der EuroStoxx50 verloren je 0,2 Prozent. "Wir sind zwischen meist recht ordentlichen europäischen Bilanzen und enttäuschenden Daten von der US-Konjunktur hin und hergezogen", sagte ein Händler.
US-Finanzminister Tim Geithner warnte am Dienstag vor einer weiter hohen Arbeitslosigkeit in seinem Land, auch wenn sich die Wirtschaft allmählich erhole. Die US-Verbraucher - die entscheidende Lokomotive für die weltgrößte Volkswirtschaft - blieben im Juni aber sparsam. Ihre Ausgaben stagnierten, während Analysten im Schnitt ein leichtes Plus erwartet hatten. Auch die US-Industrie kommt nicht voran: Die Aufträge fielen um 1,2 Prozent und damit mehr als doppelt so stark wie erwartet. Zudem gab es erneut enttäuschende Daten vom US-Immobilienmarkt.
Schlechte Stimmung in USA
Auch auf der Unternehmensseite ist in den USA die Stimmung nicht sonderlich gut. Nur Pfizer überraschte die Anleger am Dienstag positiv. Der weltgrößte Pharmakonzern übertraf die Analystenprognosen, was die Aktien um über fünf Prozent in die Höhe treib. Dow Chemical und Procter & Gamble (PG) enttäuschten dagegen. Dow Chemical brachen um über acht Prozent ein, PG um fast vier Prozent. Während Dow Chemical die Aktien vom Branchenprimus BASF belastete, drückte PG auf die Konsumgüterwerte Henkel und Beiersdorf. Henkel gaben ihre Gewinne von zeitweise über einem Prozent gut zur Hälfte ab und schlossen nur noch 0,4 Prozent höher. Beiersdorf verloren ein Prozent. BASF gingen mit einem Abschlag von 0,9 Prozent aus dem Handel.
BMW mit großem Plus
In Europa zeigten sich BMW und die Deutsche Post dagegen von ihrer besten Seite: beide übertrafen die Erwartungen. Nur die italienische Großbank Unicredit konnte die Anleger nicht ganz überzeugen.
BMW fuhren nach der Vorlage eines milliardenschweren Quartalsgewinns den Konkurrenten davon: Die Aktien stiegen um drei Prozent auf 43,16 Euro. Im Schlepptau zogen Daimler um 1,4 Prozent und in Paris Renault und Peugeot um je rund drei Prozent an. Nur VW konnten nicht mithalten: Gewinnmitnahmen drückten die am Vortag favorisierten Vorzüge um 1,4 Prozent ins Minus. Die Post-Aktien legten 3,7 Prozent zu. Der weltgrößte Brief- und Logistikkonzern hatte nach deutlichen Umsatz- und Gewinnzuwächsen im zweiten Quartal seine Jahresprognose angehoben.
In Mailand rutschten Unicredit um 1,8 Prozent ins Minus. Italiens größte Bank hatte mit ihrem Quartalsgewinn unter den Schätzungen der Analysten gelegen. In Frankfurt spielte das aber kaum eine Rolle: Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank legten 1,5 beziehungsweise 2,4 Prozent zu.
Mit einem neuen Kapitalbedarf in dreistelligem Millionenbereich löste Sky Deutschland eine wahre Flucht der Anleger aus. Die im MDax gelisteten Titel rasselten um 25,7 Prozent auf ein Rekordtief von 1,05 Euro. Dabei führten die Aktien mit über 30 Millionen gehandelten Stücken die Xetra-Umsatzliste an - vor einer ganzen Reihe von Dax-Werten wie Infineon, Telekom und der Post. "Das Geschäftsmodell von Sky funktioniert einfach nicht", kommentierte ein Händler. "Niemand hatte gedacht, dass Sky so schnell so viel Geld brauchen würde", erläuterte ein anderer. "Das gefällt einfach nicht."
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