Hoffnung auf Konjunkturerholung: Dax mit Schwung ins Wochenende
zuletzt aktualisiert: 11.12.2009 - 19:48Frankfurt (RPO). Die Hoffnung auf eine rasche Erholung der Weltwirtschaft hat den europäischen Aktienmärkten am Freitag neuen Schwung gegeben. Gestützt wurde diese Zuversicht Börsianern zufolge von ermutigenden Konjunkturdaten aus den USA und China. Der Dax stieg um 0,8 Prozent auf 5756 Punkte. Auch der Stoxx50 und der EuroStoxx50 legten zu.
Die Einzelhandelsumsätze in den USA waren im November mit 1,3 Prozent fast doppelt so stark angestiegen, wie Analysten erwartet hatten. Ohne Autos setzte der Einzelhandel 1,2 Prozent mehr um als im Oktober, das war das stärkste Plus seit Januar. "Die Zahlen zeigen, dass die Konjunktur etwas besser läuft als gedacht und gibt den Anlegern Mut", sagte ein Händler.
NordLB-Stratege Tobias Basse zufolge bleiben damit die Verbraucher eine wichtige Stütze der US-Konjunktur. Die angespannte Lage am Arbeitsmarkt schlage sich nicht im Konsumverhalten nieder. Auch das von Reuters und der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen für Dezember fiel nach vorläufigen Daten mit 73,4 Punkten deutlich besser aus als erwartet.
Aus China kamen ebenfalls positive Nachrichten: Die chinesische Industrieproduktion war im November im Vorjahresvergleich um fast ein Fünftel gestiegen und damit so stark wie seit Juni 2007 nicht mehr."Die chinesische Industrieproduktion boomt, das ist auch gut für unsere Wirtschaft", fasste ein Börsianer zusammen.
Bankentitel im Minus
Größter Dax-Gewinner waren nach einer Heraufstufung durch Morgan Stanley (MS) die Aktien von Linde mit einem Plus von knapp vier Prozent auf 85,60 Euro. Die MS-Analysten hatten die Aktien auf "overweight" von "equal-weight" hochgestuft und das Kursziel auf 110 von 78 Euro erhöht.
Bayer und BASF legten ebenfalls deutlich zu und profitierten laut Börsianern von der positiven Branchenstimmung. "Auch die Empfehlung für Linde färbt ab", sagte ein Händler. Die Titel beider Unternehmen stiegen um jeweils fast zwei Prozent. BASF notierten somit bei 43,04 Euro so hoch wie seit Juli 2008 nicht mehr. Bayer waren mit 54,43 Euro auf dem höchsten Kurs seit September 2008.
Volkswagen setzten ihre Aufwärtsbewegung fort und lagen 1,2 Prozent im Plus, was Händler hauptsächlich der freundlichen Gesamtmarktstimmung zusprachen. Zudem hatte Europas größter Autobauer im November deutlich mehr Autos verkauft als vor Jahresfrist und für das Gesamtjahr ein leichtes Auslieferungsplus in Aussicht gestellt. Die Wolfsburger waren kürzlich beim japanischen Kleinwagenspezialisten Suzuki eingestiegen, um stärker vom rasanten Wachstum in Indien zu profitieren. BMW und Daimler legten um 0,2 und 0,5 Prozent zu.
Zu den schwächsten Dax-Werten gehörten Commerzbank und Deutsche Bank mit einem Minus von 1,2 und 0,9 Prozent.
Gewinnmitnahmen sorgten im TecDax bei Centrotherm für Kursabschläge von drei Prozent. Händlern zufolge hätten Anleger die Aussagen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen im "Handelsblatt" zu den geplanten Subventionskürzungen zum Anlass genommen, Kasse zu machen.
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