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Börse Platzhalter Panorama dapd 2010
  Foto: dapd, dapd
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Börse: Dax schließt 0,9 Prozent fester

zuletzt aktualisiert: 09.09.2010 - 18:21

Frankfurt/Main (RPO). Überraschend gute US-Konjunkturdaten und die Hoffnung auf eine weniger scharfe Bankenregulierung haben die Kauflaune der Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder gestärkt. Der Dax schloss am Donnerstag 0,9 Prozent fester bei 6221 Zählern.

Sowohl der Wochenbericht vom US-Arbeitsmarkt als auch die Handelsbilanz für Juli waren etwas besser ausgefallen als erwartet. Das sei ein Hoffnungsschimmer, aber gerade auf dem Arbeitsmarkt würden erst die nächsten Wochen zeigen, wie nachhaltig die Entwicklung sei, sagte Analyst Thomas Amend von HSBC Trinkaus.

In der zurückliegenden Woche haben so wenige Amerikaner erstmals Arbeitslosenhilfe beantragt wie seit zwei Monaten nicht mehr. Die Zahl fiel auf 451.000, Analysten hatten mit 470.000 Anträgen gerechnet. Die Daten wurden auch an den US-Börsen mit Erleichterung aufgenommen, die zum Handelsschluss in Europa klar im Plus lagen.

Commerzbank größter Gewinner

Größter Gewinner im Dax waren die Titel der Commerzbank, die 2,6 Prozent höher aus dem Handel gingen. Im MDax gehörten die Aktien der Postbank mit einem Plus von 4,7 Prozent zu den gefragtesten Werten. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank verteuerten sich um 2,1 Prozent.

Am Markt sei man zu der Einschätzung gelangt, dass die Beschlüsse zur Eigenkapital-Regelung (Basel III) doch nicht so nachteilig ausfallen könnten wie zunächst gedacht, sagte ein Händler. Commerzbank-Chef Martin Blessing äußerte sich gelassen, dass es Übergansfristen geben werde, bis die neuen Regelungen voll in Kraft träten. Der europäische Bankenindex gewann 1,9 Prozent.

Etwas gebremst wurde der Aufstieg des Dax allerdings durch Kursverluste bei den Index-Schwergewichten E.ON und RWE. Höhere Folgekosten des Atom-Kompromisses belasteten laut Händlern die Versorgertitel, die in der Spitze mit Abschlägen von jeweils 1,7 Prozent zu den größten Verlierern zählten. Nach Reuters-Informationen sollen die Beiträge zum Öko-Energie-Fonds ab 2017 an die Inflation und den Strompreis gekoppelt werden. Dies soll sicherstellen, dass die Konzerne dauerhaft rund 50 Prozent ihrer Zusatzgewinne aus der AKW-Laufzeitenverlängerung an die Allgemeinheit abführen.

Auftrieb erhielten indes die Autowerte, die seit Jahresbeginn bereits überdurchschnittlich zugelegt haben. Daimler und Volkswagen zählten mit einem Plus von 2,6 beziehungsweise 2,5 Prozent zu den größten Gewinnern im Dax. BMW lagen 0,9 Prozent im Plus. Der Münchner Autobauer profitiert vom anhaltenden Boom bei Oberklasse-Fahrzeugen.

BMW erhält Auftrieb

BMW lieferte im August nach eigenen Angaben weltweit 103.239 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aus - 12,5 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Der Absatz habe sich besser entwickelt als erwartet, sagte Vertriebschef Ian Robertson. Auch bei Peugeot griffen die Anleger zu. Die Aktien des Autobauers stiegen in Paris um 4,6 Prozent. Fiat konnten von einer Hochstufung durch die Analysten von JP Morgan profitieren und zogen in Mailand um 1,9 Prozent an.

Im MDax favorisierten die Anleger neben der Postbank auch Lanxess, die nach einer Kaufempfehlung von Equinet um 4,2 Prozent zulegten. Die Analysten hatten die Akien auf "buy" von "accumulate" hochgestuft und dies unter anderem mit der starken Marktstellung von Lanxess begründet. Einen Gang schalteten auch Continental-Titel hoch, die um bis zu vier Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 53,08 Euro stiegen.

Durch die geplante Einführung der EU-Siegel für spritsparende und leise Reifen werde der Marktanteil von Premium-Reifen voraussichtlich steigen, schrieb Analyst Yann Benhamou von Exane BNP in einem Kommentar. Hersteller wie Continental oder Michelin würden davon profitieren, da dies für sie keine zusätzlichen Kosten für Forschung und Entwicklung bedeute. Michelin notierten an der Pariser Börse 1,4 Prozent fester.

Quelle: RTR/nbe

 
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