Angst vor Inflation: DAX schließt nach rasanter Berg- und Talfahrt der Lufthansa
zuletzt aktualisiert: 23.03.2005 - 18:12Frankfurt/Main (rpo). Die Angst vor Inflation sitzt dem Deutschen Aktienmarkt nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch im Nacken. Die Folge: Der Deutsche Aktienindex (DAX) rutscht zeitweise deutlich unter die Marke von 4.300 Punkten. TUI kann sich davon freimachen und geht als Gewinner aus dem Börsentag. Für Lufthansa sieht es durch die künftige Tochter Swiss weniger rosig aus.
Der DAX erholte sich aber bis zum Handelsschluss und verabschiedete sich mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 4.317 Zählern. Der TecDAX verlor 1,0 Prozent auf 523 Punkte, der MDAX 0,4 Prozent auf 5624 Zähler. Uneinheitlich zeigte sich die Wall Street gegen 17.45 Uhr MEZ: Der Dow Jones verlor 0,1 Prozent auf 10.457 Punkte, während der Nasdaq Composite um 0,1 Prozent auf 1992 Zähler zulegte.
Die US-Notenbank hatte die Leitzinsen am Dienstag wie erwartet um 25 Basispunkte angehoben, zugleich aber eine aggressivere Zinspolitik in den kommenden Monaten angedeutet. Dafür spricht nach Einschätzung von Händlern auch der jüngste Anstieg der US-Verbraucherpreise. Es sei aber noch nicht ausgemachte Sache, dass die Fed die Leitzinsen im Mai tatsächlich um 50 Basispunkte anheben werde, hieß es. Von deutscher Seite spielte der enttäuschend ausgefallene Ifo-Index keine größere Rolle am Markt.
Der Euro rutschte nach Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für kurze Zeit unter die Marke von 1,30 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen. Händler sprachen von einer ausgeprägten Dollar-Stärke nach der Sitzung der US-Notenbank vom Dienstag. Am frühen Abend notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,3011 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank stellte einen Referenzkurs von 1,3050 US-Dollar nach 1,3175 US-Dollar am Dienstag fest. Damit mussten für einen US-Dollar 0,7662 Euro gezahlt werden.
Tagessieger im DAX waren TUI, die nach Vorlage der Bilanz um 3,3 Prozent auf 21,58 Euro anzogen. Händler sprachen von "ausgezeichneten Zahlen". Zudem sei die Verschuldung deutlich zurückgefahren worden. Deutsche Börse gewannen 1,6 Prozent auf 59,10 Euro. Der angekündigte Aktienrückkauf von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals sei positiv, obwohl darauf bereits spekuliert worden war, hieß es.
Lufthansa gingen nach einer Berg- und Talfahrt mit Abschlägen von 0,6 Prozent auf 11,06 Euro aus dem Handel. Der bei auf der Bilanzpressekonferenz vorgelegte Ausblick für den Konzern sowie die künftige Tochter Swiss hatte zwischenzeitlich für Enttäuschung gesorgt. Die Übernahme an sich sowie die Geschäftszahlen wurden einhellig als positiv bewertet. Kursverluste um 1,5 Prozent gab es für FMC und HypoVereinsbank.
Im TecDAX büßten Medigene 9,1 Prozent auf 10,23 Euro ein. Süss MicroTec verloren 3,1 Prozent auf 4,89 Euro. Nach Einschätzung eines Händlers ist das Nachsteuerergebnis enttäuschend ausgefallen. Drägerwerk büßten 2,6 Prozent auf 43,46 Euro ein, obwohl die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr gut ausgefallen sind. Auf der Gewinnerseite standen web.de mit einem Plus von 3,7 Prozent auf 9,59 Euro.
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