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  Foto: afp, DANIEL ROLAND
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Finanzmärkte beflügelt: Deutsche Aktien legen deutlich zu

zuletzt aktualisiert: 11.06.2012 - 10:08

Tokio (RPO). Das Hickhack um die europäischen Finanzhilfen für Spaniens marode Banken hat ein Ende, an den Finanzmärkten herrscht deutliche Erleichterung. Zunächst legten in Asien die Aktienmärkte und der Euro kräftig zu, dann reagierte auch der Dax positiv.

Mit Erleichterung haben Anleger auf die geplanten Hilfen für die spanischen Banken reagiert. Der Dax legte zur Eröffnung 2,1 Prozent auf 6282 Punkte zu. Der EuroStoxx50 notierte 1,6 Prozent fester.

"Die Hilfen für die spanischen Banken deuten darauf hin, dass die europäischen Politiker weitere Kursturbulenzen an den Finanzmärkten und Risiken für die Weltkonjunktur verhindern wollen", sagte Investment-Stratege Takao Hattori von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Die Details der Hilfszahlungen seien aber noch ebenso unklar wie der Ausgang der griechischen Parlamentswahlen am 17. Juni.

Zu den größten Gewinnern zählten europaweit die Finanzwerte. Deutsche Bank und Commerzbank gewannen 3,7 beziehungsweise 5,2 Prozent. Der europäische Bankenindex legte drei Prozent zu. Im EuroStoxx50 lag die spanische BBVA mit einem Plus von 8,5 Prozent an der Spitze.

In Tokio zog der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um zwei Prozent an auf 8629 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index legte 1,8 Prozent zu auf 731 Zähler. Auftrieb hatten vor allem Exportwerte, beflügelt von den Kursverlusten des Yen zum Euro. Die Aktie des Elektronikkonzerns TDK gewann fünf Prozent, die des Autobauers Mazda vier Prozent.

Sharp schossen 7,7 Prozent hoch, nachdem das Unternehmen am Freitag neue Pläne zur Geschäftsstrategie vorgestellt hatte, die unter anderem eine Reduzierung der Schulden vorsehen. Auch an anderen Börsen in Fernost ging es bergauf. Der MSCI-Index für Aktien der Asien-Pazifik-Region mit Ausnahme Japans lag 1,6 Prozent im Plus.

An den Devisenmärkten in Fernost zog der Euro um fast ein Prozent an auf 1,2635 Dollar. An den Rohstoffmärkten stieg der Terminkontrakt auf Rohöl der Marke Brent um 1,99 auf 101,46 Dollar je Barrel und der auf US-Leichtöl um 1,86 auf 85,96 Dollar. An den Rentenmärkten gaben am Montag die Futures auf die 30-jährigen und die zehnjährigen US-Staatsanleihen deutlich nach.

Spanien gibt Widerstand auf

"Vergangene Woche wartete jeder darauf, dass die politisch Verantwortlichen handeln", sagte Marktanalyst Masayuki Doshida von Rakuten Securities. "Daher sind die Investoren jetzt wieder etwas beruhigt, nachdem die Rettungsaktion für Spanien beschlossen ist."

Spanien will nach langem Widerstand nun doch Gelder aus den Euro-Rettungsfonds zur Rekapitalisierung seiner maroden Geldhäuser beantragen. Die Euro-Finanzminister erklärten sich bereit, dem Land bis zu 100 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Ich bin zuversichtlich, dass dies ein starkes Signal an die Märkte senden wird, dass die Euro-Zone bereit ist, Spanien in seinen Anstrengungen zu unterstützen, seinen Bankensektor zu restrukturieren und rekapitalisieren."

Der Umfang des Rettungspakets ist größer als von vielen Investoren erwartet. Die Märkte wurden in den vergangenen Wochen von der Angst beherrscht, die Krise in der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone könne sich noch stärker ausweiten und der Weltkonjunktur zusätzlich schaden.

Nach den Worten von Börsenexperte Doshida richtet sich nun der Blick der Anleger wieder verstärkt auf die nächsten Weichenstellungen in der europäischen Schuldenkrise. Sein Kollege Takao Hattori von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities warnte: "Die Unsicherheiten bleiben. Offen ist, auf welchem Weg die Gelder an die spanischen Banken gezahlt werden, wie das Ergebnis der Wahlen in Griechenland ist und wie sich die Situation in Peripherieländern wie Italien entwickelt", sagte Hattori.

Am Sonntag wählen die Griechen ein neues Parlament. Das Votum gilt für viele als Entscheidung über den Verbleib des Landes in der Euro-Zone. Kurz darauf folgt das Gipfeltreffen der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20), von dem sich Investoren Antworten auf die Probleme der Weltwirtschaft erhoffen.

Quelle: REU
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