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Geldwäsche-Verdacht
USA weiten Russland-Ermittlungen gegen Deutsche Bank aus

Deutsche Bank: USA weiten Russland-Ermittlungen aus
Die USA ermitteln gegen die Deutsche Bank in Moskau. FOTO: dpa, si pt kno
London. Wegen Geldwäsche-Verdachts in ihrem Moskauer Büro steht die Deutsche Bank schon länger im Visier der US-Behörden. Nun könnte der Fall eine politische Dimension erreichen, denn einem Medienbericht zufolge werden die Ermittlungen ausgeweitet.

Die Ermittlungen gegen die Deutsche Bank wegen ihrer Russland-Geschäfte werden einem Zeitungsbericht zufolge bedrohlicher. US-Behörden weiteten ihre Untersuchungen aus und gehen nun auch dem Verdacht auf Verstöße gegen die aktuellen politischen Russland-Sanktionen nach, wie die "Financial Times" am Montag unter Berufung auf mehrere Insider berichtete.

Bislang ging es bei den Ermittlungen vorrangig um den Verdacht der Geldwäsche im Moskauer Handelsbereich der Bank. Verstöße gegen die wegen des Ukraine-Konflikts verhängten Sanktionen hätten nach Einschätzung aus Finanzkreisen wegen ihrer großen politischen Brisanz und Aktualität aber noch größere Sprengkraft für die von zahlreichen Skandalen erschütterte Bank.

Teure juristische Pleiten für die Deutsche Bank

Der Fall sei "ein erhebliches, unkalkulierbares Risiko für die Deutsche Bank", sagte ein Börsianer. Schlimmstenfalls müsse die Bank deshalb erneut zu einer Kapitalerhöhung greifen. Die Aktie verlor am Morgen knapp zwei Prozent an Wert.

Die USA gingen bei Sanktionsvergehen zuletzt wenig zimperlich mit Finanzkonzernen um. So verdonnerten sie die französische Großbank BNP Paribas im vergangenen Jahr wegen Verletzungen gegen Handelsbeschränkungen bei Geschäften mit Staaten wie dem Iran zu einer Rekordstrafe von fast neun Milliarden Dollar. Wegen ähnlicher Verdachtsmomente haben die USA die Deutsche Bank ebenso wie zahlreiche andere europäische Institute bereits länger im Visier. Die Russland-Geschäfte kommen nun noch hinzu.

Deutsche Bank bestätigte, dass Untersuchungen laufen

Die Deutsche Bank wollte den Bericht nicht kommentieren. Im Halbjahresbericht hatte das Institut im Juli eingeräumt, dass derzeit interne Untersuchungen im Zusammenhang mit Aktiengeschäften in Moskau und London liefen. Es gehe um ein erhebliches Volumen. Zudem bestätigte die Bank, einige Mitarbeiter wegen der Ermittlungen suspendiert zu haben. Weitere personelle Konsequenzen schloss das Institut im Juli nicht aus.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen sogenannte Mirror Trades, bei denen russische Kunden Wertpapiere im Moskauer Büro der Bank gekauft und dann die identischen Papiere in Fremdwährungen über die Londoner Niederlassung des Instituts verkauft haben sollen. Laut Finanzkreisen sind Geschäfte im Umfang von sechs Milliarden Dollar verdächtig. Die "Financial Times" berichtet zudem, dass auch Geschäfte für Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin abgewickelt worden sein sollen.

Das Justizministerium in Washington und die New Yorker Finanzaufsicht DFS ermitteln, weil die Geschäfte auch in US-Dollar abgewickelt wurden. Zudem ist der inzwischen suspendierte Leiter des Moskauer Aktienhandels bei der Bank der Zeitung zufolge US-Staatsbürger.

Zahlreiche Skandale haben in den vergangenen Jahren den Ruf der Bank beschädigt, dazu gehörten Zinsmanipulationen und fragwürdige Hypothekengeschäfte. Das Institut musste Milliardenstrafen akzeptieren, und die Liste der offenen Rechtsstreitigkeiten ist noch lang. Der neue Bank-Chef John Cryan hatte die Rückstellungen für Rechtsrisiken um weitere 1,2 Milliarden Euro erhöht.

(lsa/dpa)
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