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Deutschland
Bruttolohnlücke zwischen Männern und Frauen bei fast 22 Prozent

So stark steigen die Löhne in den verschiedenen Branchen
So stark steigen die Löhne in den verschiedenen Branchen
Berlin . Immer noch ist die Differenz bei den Löhnen für Männer und Frauen in Deutschland so groß wie in kaum einem anderen europäischen Land.

Wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe in ihren Mittwochsausgaben unter Berufung auf eine Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion berichteten, beträgt der Unterschied beim Bruttolohn durchschnittlich 21,6 Prozent. Nur in Estland (28,3 Prozent) und in Österreich (22,9 Prozent) ist er demnach noch größer.

Werden Faktoren wie die Branche, Hierarchie oder Teilzeitbeschäftigung abgezogen, bleibt den Berichten zufolge noch immer eine Differenz von durchschnittlich sieben Prozent beim Bruttoverdienst. Die Bundesregierung beklagt in ihrer Antwort demnach eine "zumeist mittelbare Benachteiligung" bei den Einkommen von Frauen. Sie hätten weniger berufliche Chancen, Einkommensperspektiven sowie Förder- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann sagte den Funke-Zeitungen, bei der sozialen Lage von Frauen "sind wir von Gleichberechtigung der Geschlechter noch weit entfernt". Es sei zwar gut, dass die Erwerbstätigkeit von Frauen in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen habe. "Aber die meisten können von ihren niedrigen Löhnen nicht leben und schon gar keine ausreichenden Rentenansprüche aufbauen", sagte sie mit Blick auf die hohe Zahl von Frauen in Teilzeit, befristeten Jobs oder Zeitarbeit.

(felt/AFP)
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