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AfD-Anhänger besonders skeptisch
Großteil der Deutschen will nicht auf Bargeld verzichten

München. Der Großteil der Deutschen will einer Umfrage zufolge nicht komplett auf Bargeld verzichten. Knapp 80 Prozent der Bundesbürger können sich ein bargeldloses Leben nicht vorstellen. Besonders hoch ist die Zahl der Ablehner unter den Anhängern der populistischen Partei AfD.

Rund 20 Prozent Befragten wäre der Verzicht kein Problem, wie aus einer Umfrage des Magazins "Focus" hervorgeht.  Besonders hoch ist die Ablehnung eines Bargeldverzichts demnach unter den Anhängern der rechtspopulistischen Partei AfD mit 88 Prozent, gefolgt von Anhängern der Union aus CDU und CSU (85 Prozent).

Das Nachrichtenmagazin gab die Befragung mit Blick auf die aktuelle Debatte über das Thema Bargeld in Auftrag. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch angekündigt, sich im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung für eine EU-weit einheitliche Obergrenze bei Bargeldzahlungen einzusetzen. "Wir haben an eine Größenordnung von 5000 Euro gedacht", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kritisierte die Pläne der Regierung. "Es wäre fatal, wenn die Bürger den Eindruck bekämen, dass ihnen das Bargeld nach und nach entzogen wird", sagte Weidmann der "Bild"-Zeitung vom Freitag. "Der Bürger soll selbst entscheiden können, ob er lieber Bargeld nutzen oder bargeldlos bezahlen möchte."

Eine Sprecherin des Finanzministeriums wies am Freitag "ausdrücklich" darauf hin, dass es nicht das Ziel der Bundesregierung sei, das Bargeld abzuschaffen.

Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid befragte am 1. und 2. Februar insgesamt 1006 Menschen.

(AFP)
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