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Blackstone-Einstieg: Die Telekom als "unangefochtene Nummer Eins"

zuletzt aktualisiert: 24.04.2006 - 08:41

Frankfurt/Berlin (rpo). Die ersten Reaktionen auf die Nachricht, dass der US-Finanzinvestor "Blackstone" sich für rund 2,7 Milliarden Euro bei der Telekom einkauft, sind überaus positiv. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück erklärte, die Telekom könne "Europas unangefochtene Nummer 1 im Telekommunikationsmarkt" werden. Blackstone-Chef Stephen Schwarzman hob hervor, wie attraktiv die Telekom als Unternehmen sei. Die T-Aktie schließlich schoss an der Börse um 4 Prozent nach oben.

Die New Yorker Beteiligungsgesellschaft "Blackstone" hat von der Kreditanstalt für Wiederaufbau 4,5 Prozent an der Telekom erworben, und zwar zum Preis von 14 Euro pro Aktie und insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro. Die Bundesregierung will mit dem Verkauf von Telekom-Anteilen das Haushaltsdefizit abbauen. Mit dem Geschäft sinkt der gemeinsame Anteil von Bund und KfW an der Telekom auf rund 33 Prozent. Nach Telekom-Angaben wollen beide zusammen aber größter Aktionär bleiben.

Die Amerikaner zahlen 14,00 Euro pro Aktie. Dies entspricht einem Aufschlag von 2,6 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Aktie vom Freitag mit 13,65 Euro. Die T-Aktie lag am Montagmittag auf 14,21 Euro.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) begrüßte den Einstieg von Blackstone als konsequenten Schritt auf dem Weg zur Privatisierung der Telekom. Das sei ein klares Vertrauenssignal in die Stärke und Zukunft der Telekom, die alle Chancen habe, "Europas unangefochtene Nummer 1 im Telekommunikationsmarkt" zu werden. "Das ist ein guter Tag für die Telekom und ein guter Tag für ihre vielen Aktionäre", sagte Steinbrück.

Der ehemalige SPD-Vorsitzende und jetzige Vizekanzler Franz Müntefering hatte in der von ihm angestoßenen Debatte über Auswüchse des Kapitalismus ausländische Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften wie Blackstone als "Heuschrecken" gebrandmarkt. Dagegen betonte Steinbrück jetzt den langfristigen Charakter der US-Gesellschaft: "Ich bin froh, dass mit Blackstone ein strategischer Investor, der an langfristiger Wertsteigerung und Wertschöpfung interessiert ist, jetzt bei der Telekom einsteigt."

Blackstone-Chef Stephen Schwarzman bezeichnete die Telekom als "hervorragendes Unternehmen mit einem starken Management sowie attraktiven Kennzahlen und Marktchancen". Blackstone strebt nach seinen Worten ein langfristiges Engagement in dem Unternehmen und Mitarbeit im Aufsichtsrat an.

Die KfW betonte, Blackstone habe sich bei dem Kauf verpflichtet, das erworbene Aktienpaket mindestens zwei Jahre lang zu halten. Private Investmentgesellschaften seien heutzutage ein "integraler Bestandteil der institutionellen Anlegerlandschaft". Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke sprach von einem deutlichen Zeichen des Vertrauens in sein Unternehmen.

"So etwas wie Übernahmefantasie"

Der Telekom-Experte Chris-Oliver Schickentanz von der Dresdner Bank erklärte, das Geschäft habe eine Reihe positiver Faktoren für die Kursentwicklung der T-Aktie. Der von Blackstone gezahlte Kaufpreis liege über dem aktuellen Börsenkurs. Vor dem Hintergrund der für Private Equity-Investoren üblichen zweistelligen Renditeanforderungen unterstreiche dies die niedrige Bewertung der T-Aktie. Blackstone sei dafür bekannt, langfristig kontrollierende Mehrheiten anzustreben. "Damit dürfte in die T-Aktie so etwas wie Übernahmefantasie kommen", sagte er.

Ähnlich bewerte der Analyst Jürgen Bartz von der NordLB die neue Situation. Der über dem letzten Schlusskurs liegende Kaupreis deute darauf hin, dass Blackstone die T-Aktie derzeit für offensichtlich unterbewertet halte.

Quelle: afp2

 
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