Guter Start in New York: Die Wall Street weckt Hoffnungen
zuletzt aktualisiert: 18.09.2008 - 16:23Frankfurt (RPO). Es scheint wieder aufwärts zu gehen an den weltweiten Börsen. Die Wall Street in New York ist am Donnerstag mit 1,4 Prozent fester in den Handel gestartet, nachdem er am Mittwoch rund vier Prozent verloren hatte. Während in Asien die Kurse noch absackten, sich teilweise aber wieder erholten, hielt sich der Dax bis zum Nachmittag bei einem Prozent Plus.
Auch MDax und TecDax legten an der Frankfurter Börse jeweils unter ein Prozent zu. Hervorstechend im Dqx war Volkswagen mit einem Sprung um fast 18 Prozent.
In Asien sackten die Kurse in Folge der Finanzmarktkrise zunächst erneut deutlich ab. Der Hang Seng in Hongkong verlor zeitweise 7 Prozent, konnte das bis Börsenschluss aber ausgleichen. Der Nikkei sank in Tokio um 2,22 Prozent auf 11.489,30 Zähler, den niedrigsten Wert seit über drei Jahren. Allerdings holte auch der japanische Index im Börsenverlauf noch deutlichere Verluste wieder auf.
Die russische Börse wurde bis Freitag geschlossen. Präsident Dmitri Medwedew kündigte an, den Finanzmärkten rund 500 Milliarden Rubel (13,8 Milliarden Euro) aus dem Staatshaushalt zur Verfügung zu stellen, um dem Liquiditätsengpass der Banken entgegenzuwirken.
Zur Stimmung an den Börsen sagte Francis Lun von Fulbright Securities Ltd in Hongkong, es ein kompletter "Zusammenbruch des Vertrauens" festzustellen. "Die Finanzkrise in den USA trifft jeden, jeder sucht Schutz. Wenn die größte Versicherungsgruppe der Welt scheitern kann, dann ist niemand sicher." Der US-Versicherungsriese AIG war diese Woche mit einem 85-Milliarden-Dollar-Kredit von der US-Regierung gerettet und zugleich praktisch verstaatlicht worden.
Der rasante Goldpreisanstieg zeige, wie verunsichert die Anleger seien, sagte Börsenhändler Joe Saluzzi von Themis Trading. "Heute ist mehr Furcht vorhanden als am Montag oder Dienstag", meinte er am Mittwochabend.
Dem Goldpreis hatten die Finanzmarktkrise und die Ängste an der Wall Street am Mittwoch den höchsten Anstieg in der Geschichte beschert. Goldkontrakte für Dezember stiegen im nachbörslichen Handel in New York um 90,40 Dollar oder 11,6 Prozent auf 870,90 Dollar je Feinunze. Bereits in der regulären Sitzung hatte der Goldpreis 70 Dollar auf 850,50 Dollar zugelegt.
Der bisherige Tagesrekord wurde am 29. Januar 1980 mit 64 Dollar aufgestellt. Viele Anleger flüchten in Krisenzeiten am Finanzmarkt in Gold, Silber und andere Rohstoffe als sicheren Hafen für ihre Vermögen.
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