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"Legal Entity Identifier Code"
"Digitaler Barcode" soll Finanzkrisen begrenzen helfen

"Digitaler Barcode" soll Finanzkrisen begrenzen helfen
Die bisher genutzen Barcodes sollen digital überholt werden. FOTO: Shutterstock/ Jultud
Frankfurt. Politik und Regulierer wollen mit einem "digitalen Barcode" unter anderem für Banken und Versicherer Finanzkrisen künftig weltweit schneller erkennen. Alle Mitspieler an den globalen Märkten brauchen bald für Transaktionen an den Börsen, aber auch im außerbörslichen Handel etwa mit Derivaten, eine 20-stellige Nummer, mit der sie sich eindeutig identifizieren lassen.

Von diesem LEI (Legal Entity Identifier Code) versprechen sich die Behörden, dass sie die komplexen Verflechtungen am Finanzmarkt in Zukunft einfacher durchschauen und Verwerfungen eindämmen können, damit es möglichst nicht zu einem Flächenbrand kommt. "In der Krise war schwer feststellbar: Wer schuldet wem was?", erklärte der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir am Freitag in Frankfurt. Das sei ein Grund dafür, weshalb die Finanzkrise 2007/08 so groß geworden sei.

Der Barcode soll identifizieren, wer an Finanzmärkten aktiv ist

Bei der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 hatte sich gezeigt, dass der Zusammenbruch schon eines einzigen Instituts Schockwellen rund um den Globus schicken und eine Megakrise auslösen kann. Bei der Lehman-Krise war es zu einem Domino-Effekt gekommen. Verwaltet und überwacht werden die LEI von einer Stiftung, die in diesen Tagen in Frankfurt ihre Arbeit aufnimmt. Ins Leben gerufen wurde sie vom Finanzstabilitätsrat (FSB) der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer.

Bis Jahresende sollen rund 30 Mitarbeiter für die Stiftung arbeiten. Unterstützt wird die Global Legal Entity Identifier Foundation, kurz GLEIF, nach eigenen Angaben von rund 70 Aufsichtsbehörden in mehr als 40 Ländern. In einem ersten Schritt gehe es darum überhaupt zu erkennen, wer an den Finanzmärkten aktiv sei, sagte GLEIF-Chef Stephan Wolf. Die Angaben sollen jährlich überpüft werden.

Der "LEI"-Code soll Pflicht werden

350.000 LEI sind schon vergeben worden. Sie sind im Internet (www.gleif.org) abrufbar. Großkonzerne wie die Deutsche Bank oder die Allianz dürften jeweils einige hundert dieser Codes brauchen - für jede einzelne Tochtergesellschaft. In den USA ist ihre Verwendung schon jetzt gesetzlich vorgeschrieben, in Europa soll sie ebenfalls verpflichtend werden. Noch in diesem Jahr will GLEIF daran gehen, die Codes den jeweiligen Eigentümern der rechtlichen Einheiten zuzuordnen.

Schon dabei dürften die Aufseher vor ersten Hürden stehen. Denn einige Finanzmarktteilnehmer, beispielsweise Hedgefonds, haben oft keinerlei Interesse, ihre Verflechtungen offenzulegen, und versuchen diese deshalb zu verschleiern. Sie sind oft gar nicht rechtlich verbunden, aber über Kredite finanziell voneinander abhängig. In einem weiteren Schritt werde es dann darum gehen zu erkennen, welcher Finanzmarktteilnehmer welche Positionen an den Börsen halte. "Das ist noch Zukunftsmusik", räumte Wolf ein. "Aber dass es kommt, ist unstrittig."

(REU)
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