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DAX deutlich im Plus - US-Börse schließt schwächer: Dubai-Schock in Europa schon überwunden

zuletzt aktualisiert: 27.11.2009 - 20:25

Frankfurt/Tokio (RPO). Die Börsen in Europa haben den Schock über die Zahlungsprobleme des Golfemirats Dubai bereits überwunden. Sowohl der Deutsche Aktienindex DAX als auch die Märkte in Paris und London lagen am Freitag klar im Plus. Die New Yorker Börse hat in einer verkürzten Sitzung nach dem Thanksgiving-Feiertag am Freitag deutlich schwächer geschlossen. 

Der Dax beendete den Handel am Freitag mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 5685 Zähler und machte damit gegenüber seinem Tagestief rund 170 Stellen gut. Dank des Schlussspurtes verbuchte der Leitindex auf Wochensicht ein Plus von 0,4 Prozent. Zur Beruhigung trug Händlern zufolge insbesondere bei, dass der von vielen Marktteilnehmern befürchtete Absturz an den US-Börsen ausblieb. Am Donnerstag war der Dax noch um 3,3 Prozent abgerutscht.

Größter Dax-Gewinner waren die VW-Stammaktien mit einem Plus von 6,4 Prozent auf 86,16 Euro, was Händler mit einer technischen Gegenreaktion erklärten. Die kurze Verliererliste wurde von Beiersdorf-Papieren mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 43,79 Euro angeführt.

Volkswagen bester Wert im Dax

Im Dax stieg das Handelsvolumen auf 129 (Donnerstag: 120,2) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 3,3 (3,4) Milliarden Euro.

Nach dem Absturz um 3,25 Prozent am Donnerstag erholte sich der DAX recht schnell. Der deutsche Leitindex überstieg zeitweise sogar wieder die Marke von 5.700 Zählern und schloss dann bei 5.685,61 Punkten, 1,27 Prozent im Plus. Der MDAX gewann 1,79 Prozent auf 7.188,02 Zähler, der TecDAX stieg um 1,76 Prozent und schloss bei 782,43 Punkten.

Beste Werte im Dax waren Volkswagen mit einem Zuwachs von mehr als 6 Prozent, Infineon mit fast 5 Prozent und BMW mit mehr als 3 Prozent. Größte Verlierer waren K+S mit einem Minus von mehr als 2 Prozent, Beiersdorf mit fast 1 Prozent und MAN mit weniger als 0,5 Prozent.

Euro gibt nach

Der CAC-40 in Paris gewann bis zum späten Nachmittag ebenso wie der FTSE 100 in London rund 1 Prozent. Die Schockwelle über die Bitte der staatlichen Investmentfirma Dubai World um einen Zahlungsaufschub bis Mai hatte in der Nacht zu Freitag vor allem an den Aktienmärkten in Asien Erschütterungen ausgelöst. In Tokio brach der Nikkei-Index um 3,2 Prozent auf 9.081,52 Punkte ein. In Hongkong verlor der Hang Seng 4,8 Prozent.

Die New Yorker Börse hat in einer verkürzten Sitzung nach dem Thanksgiving-Feiertag am Freitag deutlich schwächer geschlossen. Der Dow-Jones-Index für 30 führende Industriewerte gab nach vorläufigen Berechnungen um 154,48 Punkte oder 1,5 Prozent nach auf 10.309,92 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 37,61 Punkte oder 1,7 Prozent auf 2.138,44 Zähler. 

Der Euro gab nach. Sein Referenzkurs wurde am Nachmittag mit 1,4918 Dollar festgestellt, nach 1,5071 Dollar am Vortag.

Dubai spricht von wohlüberlegtem Schritt

Der mit etwa 60 Milliarden Dollar (knapp 40 Milliarden Euro) verschuldete Staatsfonds Dubai World hatte am Mittwoch seine Gläubiger um einen mindestens sechsmonatigen Zahlungsaufschub gebeten. Der Vorsitzende des Obersten Finanzkomitees von Dubai, Scheich Ahmed bin Said Al Maktum, bemühte sich am späten Donnerstagabend um eine Glättung der Wogen. Die Bitte sei "wohlüberlegt" gewesen. Die Regierung leite die Restrukturierung des Staatsunternehmens "in voller Kenntnis der Marktreaktion".

Der Scheich, ein Mitglied der Herrscherfamilie und Chef der erfolgreichen Fluggesellschaft Emirates, bestritt, dass Dubai sich in guten Zeiten übernommen habe, bevor vor einem Jahr der Strudel der Finanzmarktkrise auch sein Land erfasste. Das beispiellose Wachstum in den vergangenen zehn Jahren habe "das Fundament für eine breit aufgestellte nachhaltige Wirtschaft gelegt", sagte Scheich Ahmed.

Hauptsächlich arabische Banken betroffen

In Finanzkreisen in Frankfurt am Main hieß es, die Verbindlichkeiten von Dubai lägen offenbar in erster Linie bei Banken im arabischen Raum. Deutsche und europäische Finanzinstitute seien nicht oder vergleichsweise wenig betroffen. So schätzen Analysten von Goldman Sachs die Außenstände von HSBC auf 611 Millionen Dollar, diejenigen von Standard Chartered auf 177 Millionen Dollar. Die Regierung von Südkorea schätzt das Engagement der koreanischen Geldhäuser in dem Emirat auf insgesamt nur 88 Millionen Dollar.

Auch beim Ölpreis führte die Krise in Dubai zu einem Einbruch von zeitweise 6 Prozent. Am späten Nachmittag lag der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl bei 74,66 Dollar, 3,30 Dollar weniger als am Donnerstag.

Quelle: AP/csr

 
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