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Immobilien
Düsseldorf auf Platz drei bei Häuserpreisen

So entwickelt sich der Immobilienmarkt in NRW
So entwickelt sich der Immobilienmarkt in NRW
Berlin/Düsseldorf. Nur in München und im Landkreis Dachau kostet der Eigenheim-Quadratmeter noch mehr als in der Landeshauptstadt, wo im Schnitt 4000 Euro gezahlt werden. Der Trend ist stabil: Bundesweit steigen die Preise in Ballungsräumen stark. Von Thomas Reisener

Wegen der Flüchtlingskrise korrigiert das Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung seine Wohnungsmarktprognose nach oben. "Inzwischen gehen wir davon aus, dass wir hierzulande statt der zuletzt von uns prognostizierten 270.000 Wohnungen jedes Jahr eher 350.000 bis 400.000 Wohnungen bauen müssen", sagte Institutschef Harald Herrmann. Zusammen mit dem Arbeitskreis der amtlichen Gutachterausschüssen stellte er die neuesten Trends auf dem bundesweiten Immobilienmarkt vor.

Damit unterstreicht das Bundesinstitut indirekt die angespannte Lage in NRW: Weil Flüchtlinge in aller Regel zunächst niedrigpreisige Wohnungen beziehen, sagen inzwischen fast alle Branchenexperten vor allem für das größte Bundesland eine Preisexplosion in diesem Segment voraus. Zwar will NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) mit einer neuen Initiative in den nächsten zwei Jahren je 50.000 neue, günstige Wohnungen in NRW ermöglichen. Kritiker halten das Ziel aber für utopisch. Bundesweit wurden zuletzt weniger als 20.000 Sozialwohnungen pro Jahr gebaut. Seit Jahresbeginn kamen über 200.000 Flüchtlinge nach NRW.

Auch in anderen Preissegmenten wird Wohnen teurer: 2014 wurden bundesweit 900.000 Immobilien verkauft. Etwa so viele wie im Vorjahr. Aber die Geldsumme, die dabei floss, wuchs um 7,3 Prozent auf 191 Milliarden Euro. Der Anstieg konzentriere sich "auf boomende Großstadtregionen", sagte Herrmann, auf dem Land würden die Preise hingegen stagnieren oder gar sinken. Mieter sind von Kaufpreisentwicklungen auch betroffen, weil Eigentümer sie in der Regel weiterreichen.

Damit bestätigen die Bundes-Gutachter, was der landesweite Gutachterausschuss schon vor gut einem Monat auch für NRW festgestellt hat: "Die Menschen zieht es in die Metropolen", fasste damals NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) die Entwicklung in NRW zusammen. Rund um Köln, Düsseldorf und Münster sei das Wohnen inzwischen deutlich teurer als in den ländlichen Regionen wie etwa der Eifel oder dem Sauerland.

Zu den gefragtesten Immobilien gehören im Land wie im Bund Eigenheime und Eigentumswohnungen, auf die drei Viertel aller Transaktionen entfallen. Während die Kaufpreise von Eigenheimen im Schnitt um 3,3 Prozent pro Jahr steigen, legen sie in Großstädten im Schnitt um zehn Prozent pro Jahr zu. Die bundesweit höchsten durchschnittlichen Kaufpreise pro Quadratmeter für Ein- und Zweifamilienhäuser wurden 2014 in München (7200 Euro), im Landkreis Dachau (4200 Euro) und in Düsseldorf (4000 Euro) gezahlt. In einigen ostdeutschen Landkreisen oder in Osterode am Harz (Niedersachsen) ist der Quadratmeter Wohnfläche schon für 500 Euro zu haben.

Auch Eigentumswohnungen legen zu: durchschnittlich um 2,7 Prozent pro Jahr, in den oberen Preiskategorien sogar sechs Prozent pro Jahr. Die höchsten Durchschnitts-Quadratmeterpreise fallen in München (4200 Euro) und auf Sylt (3950 Euro) an. In Düsseldorf zahlen Erstkäufer von Eigentumswohnungen nach Berechnungen des Landes-Gutachterausschusses im Schnitt 3890 Euro pro Quadratmeter. Auch bei Wohnungen liegen die absoluten Preise und der Preisanstieg in den Ballungsräumen weit höher als in ländlichen Gebieten, wo die Preise zum Teil sogar rückläufig sind.

Quelle: RP
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