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Autokonzerne legen US-Kongress Pläne für Umbau vor: Ein Dollar Jahresgehalt für Ford-Chef

zuletzt aktualisiert: 02.12.2008 - 17:42

Chicago (RPO). Die Großen der internationalen Automobilbranche kriechen zu Kreuze: Die angeschlagenen Autobauer in den USA wollen sich im Gegenzug für eine staatliche Milliardenspritze zu einem strikten Sparkurs und zur Umstellung auf zukunftsfähige Energiespar-Modelle verpflichten. Die Spitze der Demut erreicht Ford-Chef Mulally mit seinem Angebot, für einen Dollar Jahresgehalt zu arbeiten.

Der Konzern Ford legte dem Kongress in Washington am Dienstag einen Plan zur Umstrukturierung vor, für den er um Unterstützung in Höhe von neun Milliarden Dollar (sieben Milliarden Euro) bittet. Die Sparmaßnahmen sollten auch die Konzernspitze betreffen: Ford-Chef Alan Mulally wolle für ein Jahresgehalt von einem Dollar arbeiten, solange der Konzern staatliche Hilfen beziehe, außerdem sollten alle fünf Firmen-Jets verkauft werden. Chrysler und General Motors verfolgten laut US-Medien ähnliche Pläne.

Der US-Kongress hatte die drei angeschlagenen Autokonzerne aufgefordert, bis Dienstag überzeugende Pläne zur Umstrukturierung vorzulegen. Auf deren Grundlage wollten die Parlamentarier über die von der Autoindustrie erbetene Finanzspritze in Höhe von 25 Milliarden Dollar zu entscheiden. General Motors und Chrysler könnte nach eigenen Angaben die Zahlungsunfähigkeit drohen, sollte diese Finanzhilfe ausbleiben. Die Chefs der drei Konzerne sollten am Donnerstag und Freitag vor dem Kongress Rede und Antwort stehen.

Die vom Kongress erbetenen neun Milliarden Dollar sollten als Sicherheit in einer schwierigen Phase der Überbrückung dienen, teilte Ford mit. Es bestehe dabei die Hoffnung, dass das Geld nicht in Anspruch genommen werden müsse. Ford plant nach eigenen Angaben Investitionen in Höhe von 14 Milliarden Dollar binnen sieben Jahren, um seine Produktpalette komplett zu überarbeiten. So sollten von 2010 an neu entwickelte Elektrofahrzeuge auf den Markt gebracht werden, insgesamt solle die Palette kleiner und energieeffizienter ausfallen. Bis 2011 wolle der Konzern wieder rentabel werden. Zuletzt hatte Ford vor allem auf spritfressende Großfahrzeuge gesetzt, die sich aber kaum noch verkaufen.

Den Angaben zufolge steht Ford bereits in Verhandlungen mit der Autogewerkschaft UAW, um über Einsparungen bei den Personalkosten zu beraten. Die Kostenkluft zwischen Ford und seinen Mitbewerbern aus dem Ausland müsse geschlossen werden, teilte das Unternehmen mit. Bereits am Vortag hatte Ford mitgeteilt, über einen Verkauf der schwedischen Tochter Volvo nachzudenken.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" wollten Generals Motors und Chrysler dem Kongress ähnliche Pläne präsentieren. Auch General Motors plant demnach, mindestens eine seiner Automarken zu verkaufen, am wahrscheinlichsten die Marke Saab. Chrysler strebt demnach eine Allianz mit einem oder mehreren ausländischen Autobauern an. Der Zeitung zufolge hat Ford-Chef Mulally seit 2006 etwa 50 Millionen Dollar verdient.

Autokrise in den USA

Die Autobauer haben im vergangenen Monat einen kräftigen Einbruch der Verkaufszahlen in den USA verzeichnet und wollen ihre Produktion deshalb deutlich drosseln. Generals Motors setzte im November nach Firmenangaben vom Dienstag 41 Prozent weniger Fahrzeuge ab als im Vergleichsmonat des Vorjahrs. Bei Ford lag das Minus im Jahresvergleich bei 31 Prozent, Toyota verkaufte im gleichen Zeitraum in den USA 34 Prozent weniger Autos.

Die Konzerne kündigten an, mit einer Drosselung der Produktion auf die Absatzkrise zu reagieren. General Motors will nach Firmenangaben im ersten Quartal 2009 nur noch 600.000 Autos produzieren, das entspricht einem Rückgang von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Ford will seine Produktion im ersten Vierteljahr 2009 um 37 Prozent auf 430.000 Autos zurückfahren.

Auch der deutsche Autobauer Porsche ist von der Krise auf dem US-Automarkt betroffen. Wie der Sportwagen-Hersteller in Stuttgart mitteilte, brach der Absatz in Nordamerika im November im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 46 Prozent. In den USA wurden den Angaben zufolge nur noch 1.378 Autos verkauft, in Kanada waren es nur 115 Fahrzeuge. Den größten Einbruch gab es den Angaben zufolge beim Sportwagen Boxster, dessen Absatz vor einem im März anstehenden Modellwechsel um 73 Prozent einbrach.

Porsche hat wegen Wirtschaftskrise bereits Maßnahmen ergriffen, um die Produktion der gesunkenen Nachfrage anzupassen. Bis Ende Januar 2009 wird im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen an acht Werktagen nicht gearbeitet.

Quelle: AFP

 
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