Finanzkrise: Erster deutscher Immobilienfonds macht dicht
zuletzt aktualisiert: 28.10.2008 - 18:47München (RPO). Die Finanzkrise zwingt den ersten deutschen Immobilienfonds in die Knie. Weil zu viele Investoren ihr Geld abzogen, muss die Frankfurter KanAm-Gesellschaft ihre Fonds einfrieren. Investoren des offenen Immobilienfonds "KanAm grundinvest Fonds" könnten ihre Anlagen für zunächst drei Monate nicht mehr verkaufen, teilte das Unternehmen mit.
Die Finanzkrise habe bei den Anlegern zu einer "nie dagewesenen Verunsicherung" und zu Umschichtungen von Wertpapieren "in einem bisher nicht gekannten Ausmaß" geführt, erklärte der Fondsverwalter. Das Fondsmanagement habe sich daher zur Schließung des gezwungen gesehen, "um die ordnungsgemäße Verwaltung und Fortführung" des Fonds sicherzustellen.
KanAm geriet durch die Verkäufe von Fondsanteilen durch Anleger nach eigenen Angaben in Zahlungsschwierigkeiten: Aus den liquiden Mitteln, die für eine Ausschüttung, Kaufpreiszahlungen, Bewirtschaftungskosten und reguläre Rückgaben reserviert gewesen seien, hätten auch viele außerordentliche Rückgaben von Anteilen bedient werden müssen.
Alle Verkaufsaufträge, die zur Ausführung am 28. Oktober noch nicht vorlagen, würden daher nicht mehr ausgeführt, erklärte KanAm. Der Fondsverwalter wies zudem darauf hin, dass der Fonds keinen Mietausfall zu verzeichnen habe, so dass eine kontinuierliche Rendite zu erwarten sei. KanAm verwaltet mehrere große Immobilienfonds, einen in US-Dollar notierten Fonds hatte die Gesellschaft bereits vor wenigen Tagen geschlossen.
Ein Sprecher des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) sagte, in der derzeitigen turbulenten Lage sei ein Domino-Effekt nicht auszuschließen. So könnten auch andere Fonds zu ähnlichen Schritten gezwungen sein, sagte er. Das Einfrieren eines Fonds sei eine "notwendige Maßnahme", wenn dies dem Interesse der Investoren diene.
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