Verkauf bis 2013 geplant: EU genehmigt WestLB-Beihilfen
zuletzt aktualisiert: 21.03.2009 - 16:37München/Düsseldorf (RPO). Lösung in Sicht: EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes wird wohl die Beihilfe des Landes und der Sparkassenverbände für die angeschlagene Westdeutsche Landesbank (WestLB) genehmigen. Kroes habe zehn Tage vor Ablauf der Frist zur Vorlage eines neuen Geschäftsmodells den Eigentümern der Landesbank signalisiert, dass die umstrittene Hilfe in Höhe von fünf Milliarden Euro genehmigt werde, heißt es in Medienberichten.
Im Gegenzug solle die WestLB aber in einem "geregelten Bieterverfahren" verkauft werden, berichtete der "Focus" weiter. Bis Ende Juni wolle Kroes mit dem WestLB-Vorstand und den Eigentümern die Einzelheiten verhandeln und verabreden.
Das Blatt schrieb, da es keinen Käufer für das Gesamtinstitut gebe, werde die WestLB bis zum Jahr 2013 in Einzelteilen verkauft und abgewickelt. Zunächst sollten die WestLB-Töchter Weberbank und Ready Bank verkauft werden. Dafür gebe es Käufer. Auch die Westdeutsche Immobilienbank in Mainz werde wohl schnell einen neuen Eigentümer finden. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) gelte als Interessent. Diese interessiere sich auch für das Verbund- und Mittelstandsgeschäft.
Eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums wollte den Magazinbericht auf Anfrage nicht kommentieren. Man stehe aber "in ständigem Kontakt mit der EU-Kommission", sagte die Sprecherin.
Seit 2007 in der Krise
Seit 2007 steckt die WestLB durch Fehlspekulationen und die Auswirkungen der Bankenkrise in Schwierigkeiten. Eigentümer der Düsseldorfer Landesbank sind mehrheitlich die beiden Sparkassenverbände Rheinland und Westfalen-Lippe mit je 25,2 Prozent. Das Land Nordrhein-Westfalen hält etwa 38 Prozent - davon 17,5 Prozent direkt und 20,2 Prozent indirekt über die NRW.Bank.
Lange vor dem Rettungsschirm des Bundes spannten die Eigentümer im Frühjahr 2008 einen eigenen Schutzschild in Höhe von fünf Milliarden Euro über die Bank, um faule Kredite zu entschärfen. Zugleich wurden Wertpapiere im Volumen von rund 23 Milliarden Euro in eine Zweckgesellschaft ausgelagert. Seit Wochen wird über neue Milliarden-Garantien des Landes spekuliert.
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