Kampf gegen Finanzkrise: EU-Staaten winken Rettungspaket durch
zuletzt aktualisiert: 16.10.2008 - 06:18Brüssel (RPO). Im Kampf gegen die Finanzkrise hat sich der EU-Gipfel auf ein umfassendes Rettungspaket für angeschlagene Banken verständigt. "Ganz Europa ohne Ausnahme" habe den ausgearbeiteten Hilfsplan gebilligt, sagte der französische Präsident und EU-Vorsitzende Nicolas Sarkozy beim EU-Gipfel in Brüssel.
Die Doktrin, auf die sich die 15 Euro-Staaten auf dem Pariser Krisentreffen geeinigt haben, werde ohne Ausnahme von den 27 EU-Mitgliedern übernommen. Europa sei in der Frage der Eindämmung des Finanzmarktschocks vereint, bekräftigte Kommissionspräsident José Manuel Barroso.
Zum Auftakt des Gipfels hatte vor allem Tschechien Bedenken angemeldet. Prag sah sich von den Beschlüssen der Eurogruppe überfahren. Der Text soll nun am Donnerstag formal vom Gipfel beschlossen werden. Damit wird ein bislang beispielloser Auffangschirm für Banken installiert. Er sieht vor, dass die Staaten mit umfassenden Garantien, Bürgschaften und Kapitalbeteiligungen den Bankensektor schützen und die Finanzmärkte wieder in Schwung bringen.
Deutschland, Frankreich, Italien und weitere Euro-Staaten haben bereits am Montag nationale Rettungspakete auf Basis des "Instrumentenkastens" auf den Weg gebracht.
Ungewohnt schnelle Einigkeit erzielten Gipfel, Kommission und Parlament in der Frage neuer Bilanzierungsregeln. Den Banken werde mit Wirkung vom 3. Quartal ermöglicht, ihre wertlos gewordenen Aktiva nicht mehr zum aktuellen Marktpreis verbuchen zu müssen, erklärte Sarkozy.
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