kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Giorgios Papandreou ap 2010 Panorama
  Foto: AP, AP
Kommentare ()

Papandreou: Szenarien an Grenze des Kriminellen: Euro-Ausstiegsgerüchte verärgern Griechenland

zuletzt aktualisiert: 07.05.2011 - 16:15

Luxemburg (RPO). In der Euro-Zone wachsen die Zweifel, ob Griechenland seiner massiven Finanz- und Wirtschaftsprobleme noch Herr werden kann. Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou wies am Samstag nachdrücklich einen Bericht über einen möglichen Austritt des Landes aus der Euro-Zone zurück. "Solche Szenarien bewegen sich an der Grenze des Kriminellen", schäumte er.

Selbst in den Hinterzimmern der Regierung sei das kein Thema, so Papandreou. Für weitere Verunsicherung an den Märkten, die den Eurokurs drückte, hatte ein überraschendes Treffen von Finanzminister großer Euro-Länder und Repräsentanten der Euro-Zone am Freitagabend in Luxemburg gesorgt. Die Gruppe diskutierte mit dem griechischen Finanzminister Giorgos Papakonstantinou über den schwierigen Weg des Landes aus der Krise.

Für Deutschland nahmen Finanzminister Wolfgang Schäuble und sein Staatssekretär Jörg Asmussen an dem Treffen teil, das von Sprechern einiger Teilnehmer noch bis in den Abend hinein in Abrede gestellt worden war. Deutsche Regierungskreise versuchten am Samstag, Spekulationen über dessen Inhalte zu dämpfen und die Bedeutung herunterzuspielen.

"Das war kein Sonder- oder Krisentreffen", sagte ein Regierungsvertreter. Das Gespräch sei schon länger geplant gewesen. Getagt habe eine informelle Runde, die keinerlei Entscheidungen treffe. Ihr gehörten neben den Finanzministern der größte Euro-Zonen-Länder EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker und EU-Kommissar Olli Rehn an.

Juncker: Austritt wäre "dumme Idee"

Juncker erklärte nach dem Treffen, es sei nicht um ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone gegangen. Ein Ausstieg aus der Währungsunion wäre "eine dumme Idee". Spiegel Online hatte von solchen Überlegungen berichtet. Auch um eine Umschuldung sei es nicht gegangen, sagte Juncker. "Wir wollen nicht, dass der Euro-Raum ohne Grund explodiert", warnte der Eurogruppen-Chef.

Griechenlands Regierungschef Papandreou äußerte sich erbost zu Mutmaßungen über einen Euro-Ausstieg. "Über ein solches Szenario ist noch nicht einmal bei inoffiziellen Anlässen gesprochen worden", sagte er. "Ich fordere jeden in Griechenland und im Ausland, und speziell in der EU, auf, Griechenland in Ruhe seine Arbeit machen zu lassen."

Auch das Führungsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) Erkki Liikanen unterstrich: "Kein Land der Euro-Zone will den Euro aufgeben." Eine Umschuldung seiner Schuldensumme von 327 Milliarden Euro würden die Probleme des Landes nicht bleibend lösen, warnte Liikanen darüber hinaus.

Euero-Finanzminister treffen sich am 16. Mai

Juncker sagte, es müsse aber am 16. Mai beim Treffen der Euro-Finanzminister darüber gesprochen werden, ob Griechenland "einen weiteren Wirtschaftsplan" benötige. Diese Äußerungen deuten auf wachsende Sorgen hin, ob die beschlossenen Anpassungsmaßnahmen ausreichen, um Griechenland aus der Krise zu führen.

Das Land hatte sich zu einschneidenden Reformen und Einsparungen im Gegenzug zu einer Finanzhilfe von EU und Internationalem Währungsfonds im Umfang von 110 Milliarden Euro verpflichtet. Allerdings gibt es, auch in Deutschland, Kritik an der schleppenden Umsetzung. Mängel gebe es etwa bei der Eintreibung von Steuern und bei Privatisierungen.

Im Juni prüfen EU, IWF und EZB erneut den Fortgang der Reformen und beurteilen die Finanzentwicklung des Landes, das eigentlich im nächsten Jahr wieder seinen Finanzbedarf zunehmend über die Kapitalmärkte decken soll. Inzwischen gibt es Zweifel, ob das Land die Bedingungen für die Auszahlung der nächsten Kredittranche des aktuellen Hilfspakets erfüllen kann. Auch wenn Juncker noch einmal deutlich machte, dass eine Umschuldung Griechenlands für die Euro-Gruppe kein Instrument sei, wird über dieses Thema weiter diskutiert.

Der FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler nannte einen "Schulden-Schnitt" unausweichlich. Wenn Griechenland aus der Euro-Zone aussteigen wolle, sollte Deutschland das positiv begleiten, sagte er auch. FDP-Generalsekretär Christian Lindner warnte, eine Umschuldung kategorisch auszuschließen.

Quelle: RTR/das

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Erdbeeren aus Supermärkten sind oft vergammelt

NDR-Dokumentation

Erdbeeren aus Supermärkten oft vergammelt

Sommerzeit ist Erdbeerzeit: Leider lässt die Qualität dieser Früchte in Supermärkten und Discountern sehr zu wünschen übrig. mehr 

Schlecker-Familie sollen noch 40 Millionen Euro bleiben

Nach Insolvenz

Schlecker-Familie bleiben noch 40 Millionen

Die Schlecker-Familie besitzt nach einem Medienbericht trotz der Insolvenz noch 35 bis 40 Millionen Euro Privatvermögen. mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Japan-Tag in Düsseldorf

700.000 Besucher beim Japan-Tag

Thronjubiläum von Queen Elizabeth II.

Mit Tee und Scones auf dem Rhein

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten

SPD droht der Kanzlerin

Ohne Börsensteuer kein Ja zum Fiskalpakt

Die SPD macht ihre Zustimmung zum Fiskalpakt davon abhängig, dass die Regierung eine Besteuerung von Börsengeschäften beschließt. mehr

 

Von der Leyens Pläne

Hartz-IV-Empfängerinnen sollen Erzieherinnen werden

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant einem Medienbericht zufolge, Hartz-IV-Empfängerinnen zu Erzieherinnen umzuschulen. mehr

 
 

Westerwelle will politische Lösung

Koalition uneins über Syrien-Intervention

 

Schiffe aus deutscher Produktion

Israel stationiert Atomwaffen auf U-Booten

 

Bernd Riexinger im Porträt

Lafontaine-Freund und Agenda-Gegner

 

Parteitag wählt Doppelspitze

Kipping und Riexinger neue Linken-Chefs

 

Neue Linken-Chefin im Porträt

Katja Kipping - unangepasst und modern

Strom-Rechner

kWh
vergleichen