1,3470 US-Dollar: Euro-Kurs weiter auf Rekord-Fahrt
zuletzt aktualisiert: 07.12.2004 - 15:04Frankfurt/Main (rpo). Der anhaltend schwache Dollar-Kurs treibt den Euro zu immer neuen Rekordwerten. Am Dienstag markierte er gleich mehrere Allzeithochs und notierte gegen Mittag mit 1,3470 US-Dollar auf dem höchsten Stand seit der Einführung des Euro.
Um 14.40 Uhr kostete die Gemeinschaftswährung am Devisenmarkt 1,3462 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs mit 1,3456 US-Dollar fest, ebenfalls der bisher höchste Stand. Für einen Dollar mussten somit 0,7432 Euro bezahlt werden.
Die 1,35-US-Dollar-Marke werde auf alle Fälle getestet, sagte ein Marktteilnehmer. Fundamentale Daten seien dabei weiterhin uninteressant, der Markt wolle einfach nach oben. Der besser als erwartet ausgefallene ZEW-Konjunkturindex habe den Markt kaum bewegt. Die große Frage sei, wann es Interventionen der EZB geben wird.
Die Finanzminister des Euroraumes forderten die USA unterdessen indirekt dazu auf, mehr gegen die Dollar-Schwäche zu tun. "Alle wichtigen Länder und Wirtschaftsräume müssen ihre Verantwortung stärker wahrnehmen, um mit der angemessenen Politik globale Ungleichgewichte abzubauen", erklärten die Minister der Eurozone am Montagabend in Brüssel. "Exzessive Kursschwankungen und ungeordnete Bewegungen der Wechselkurse sind für das Wirtschaftswachstum nicht erwünscht."
Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, sagte: "Wir haben alle unsere Hausaufgaben zu erledigen. Das gilt für beide Seiten des Atlantiks." Der amtierende EU-Ratspräsident und niederländische Finanzminister Gerrit Zalm sagte, die USA müssten ihre Sparquote erhöhen. Europa und Japan müssten ihrerseits an Reformen arbeiten.
EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquín Almunia deutete in diesem Zusammenhang an, dass die aktuelle Konjunkturprognose Brüssels für die Eurozone derzeit nicht mehr einzuhalten sei. Er sei besorgt über die Risiken einer Abwärtsbewegung. "Die Aussichten haben sich etwas verschlechtert." Neue Zahlen wollte er nicht nennen. In ihrer Herbstprognose vom Oktober erwartete die EU-Kommission in der Eurozone in diesem Jahr ein Wachstum von 2,1 Prozent und für 2005 von 2,0 Prozent.
Doch die Erklärungen der Euro-Finanzminister haben nach Ansicht von Commerzbank-Analyst Michael Schubert nur einen kurzfristigen Effekt. Die Märkte seien am Dienstag vielmehr noch von den am Freitag veröffentlichten Zahlen zum US-Arbeitsmarkt bestimmt worden, sagte er. Dort wurde die geringste Zunahme an neuen Stellen seit fünf Monaten verzeichnet. Die Zahlen weckten erneut Zweifel an der Robustheit der US-Konjunktur und waren weit hinter den Erwartungen von Analysten zurückgeblieben.
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