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Geldpolitik
EZB kauft weniger Anleihen – Zinsen bleiben unten

Das ist Mario Draghi
Das ist Mario Draghi FOTO: dpa, bjw
Frankfurt/Main. Die Europäische Zentralbank halbiert das Volumen ihrer monatlichen Anleihenkäufe ab Januar auf 30 Milliarden Euro. Die Käufe würden bis mindestens September 2018 fortgesetzt, teilte die EZB am Donnerstag mit. Beim Thema Zinsen ändert sich nichts.

Allerdings verlängert die EZB das Kaufprogramm zugleich um neun Monate bis mindestens Ende September 2018, wie sie am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Den Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld leihen können, beließ das oberste Entscheidungsgremium der EZB erwartungsgemäß auf dem Rekordtief von null Prozent.

Finanzinstitute, die Geld bei der Zentralbank parken, müssen weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Eine erste Zinserhöhung könnte Ökonomen zufolge womöglich erst 2019 anstehen.

Druck auf EZB wächst

Mit viel billigem Geld versuchen die Währungshüter seit Jahren, der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen und die Teuerung anzuheizen. Mittelfristig strebt die EZB eine jährliche Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben - das würde die Konjunktur abwürgen.

Weil die Konjunktur im Euroraum wieder besser läuft und die Zeiten von Inflationsraten nahe Null vorerst vorbei ist, wuchs in den vergangenen Monaten der Druck auf die Währungshüter, ihren Anti-Krisen-Kurs zu beenden. Ein zu abrupter Ausstieg könnte jedoch Turbulenzen an den Finanzmärkten auslösen.

(felt/wer/dpa/REU)
 
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