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Millionenverluste von Staatsbank: FDP kritisiert KfW-Investitionsrisiko

zuletzt aktualisiert: 06.11.2008 - 12:58

Frankfurt/Main (RPO). Der staatlichen Förderbank KfW hat sich mit einer Summe von insgesamt 288 Millionen Euro bei mehreren isländischen Banken engagiert. Eine Sprecherin des Instituts bestätigt am Donnerstag einen entsprechenden Bericht unserer Redaktion. Sie rechne aber damit, dass das Institut die Investitionen zurück bekomme. Scharfe Kritik an dem Investitionsrisiko kam unterdessen aus der FDP. 

Bei der KfW soll eine Panne der anderen gefolgt sein.  Foto: AP, AP
Bei der KfW soll eine Panne der anderen gefolgt sein. Foto: AP, AP

150 Millionen Euro seien als Globaldarlehen zur Mittelstandsförderung an die Glitnir Bank vergeben worden, dem drittgrößten Institut des Inselstaats. Für weitere 138 Millionen Euro habe die KfW Anleihen mehrerer anderer isländischer Geldhäuser gekauft. Die FDP hatte im Oktober das Bundesfinanzministerium in einer Anfrage aufgefordert, Klarheit über das Engagement der KfW in Island zu schaffen.

Beim Globaldarlehen an die Glitnir Bank sei die KfW "zuversichtlich, dass wir wieder alles zurückbekommen", sagte die KfW Sprecherin. Jedoch habe die Bank wegen möglicher Zahlungsausfälle Rücklagen im Umfang von 98 Millionen Euro gebildet. Das Engagement der KfW in Island sei zum großen Teil Bestanteil des Förderauftrags der KfW gewesen, "und der ist europäisch ausgelegt".

Island hatte in den vergangenen Wochen angesichts einer drohenden Staatspleite das komplette Bankengewerbe verstaatlicht. Viele Anleger bangen deswegen um ihre Einlagen. Die isländischen Banken hatten in den vergangenen Jahren in vielen europäischen Staaten expandiert und gerieten dadurch in Schieflage. Die KfW hatte bereits in den vergangenen Monaten wegen der Milliardenverluste ihrer früheren Tochterbank IKB sowie einer fehlerhaften Überweisung von 320 Millionen Euro an die insolvente US-Bank Lehman Brothers negative Schlagzeilen gemacht.

Der FDP-Finanzexperte im Bundestag, Frank Schäffler, erklärte, es sei "völlig unverständlich, warum die KfW im Rahmen ihrer Fördertätigkeit in Wertpapieren bei isländischen Banken engagiert" sei. Ein großer Anteil der Geschäfte sei "ausfallgefährdet". Die KfW sei dabei, "buchstäblich den letzten Kredit zu verspielen".

Die Förderbank müsse ihr Risikomanagement kurzfristig verbessern und endlich der Bankenaufsicht unterstellt werden. "Die Bundesregierung muss nach den Skandalen um die IKB, die Lehman-Brothers-Überweisung und nun das Island-Geschäft endlich bei der KfW aufräumen", forderte Schäffler.

Ein großes Special zur Finanzkrise finden Sie hier.

Quelle: afp

 
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