Reichensteuer: Finanzbranche rechnet mit Kapitalflucht
zuletzt aktualisiert: 21.11.2005 - 06:51Berlin (rpo). Deutschlands Finanzbranche rechnet wegen der bevorstehenden Einführung einer so genannten "Reichensteuer" mit der Abwanderung vieler vermögender Kunden ins Ausland. Viele Banken hätten bereits im Frühjahr gemeldet, finanzstarke Kunden an Institute im benachbarten Österreich verloren zu haben.
"Wer die Leistungsträger in Deutschland belastet, läuft Gefahr, dass Kapital weiter ins Ausland abwandert", sagte der Präsident des Verbandes der Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern, Stephan Götzl, in der "Berliner Zeitung". 31 Mitgliedsbanken seines Verbandes hätten bereits im Frühjahr angegeben, 154 Millionen Euro Kundeneinlagen an Institute im benachbarten Österreich verloren zu haben. Nun könnte die Kapitalflucht weiter zunehmen, wenn der Staat in Zukunft den Druck auf die Vermögenden im Land erhöht.
Auch der Steuerexperte des Bundesverbandes deutscher Banken, Heinz-Udo Schaap, erwartet, dass das geplante Gesetz ausländischen Instituten neue Argumente im Kampf um deutsche Kunden liefern wird.
Der Frankfurter Bankwirtschaftslehre-Professor Martin Faust sagte: "Viele dieser Banken werden aggressiv um die deutschen Kunden werben. Und die Grenzen des deutschen Steuerrechts eher ausnutzen als die deutsche Konkurrenz."
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