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Die neue europäische Bankenaufsicht (EBA) veröffentlicht die Ergebnisse des Stresstests von 90 Banken aus 21 Ländern. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
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Was soll der Stresstest bringen? Die EBA in London versucht mit dem Test, das in der Finanzkrise großflächig verloren gegangene Vertrauen der Investoren in die Banken wiederherzustellen. Die Institute sollen in der Belastungsprobe unter Beweis stellen, dass sie mit einer erneuten Krise besser fertig würden. Nach Ansicht von Experten müssten mehr Banken durchfallen als 2010, um dem Test Glaubwürdigkeit zu verleihen. Damals hatten nur sieben von 91 Geldhäuser den Test nicht bestanden, darunter die verstaatlichte deutsche Immobilienbank Hypo Real Estate.
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Was wird getestet?
Die Banken müssen errechnen, wie sich ihr Kernkapital bei einem erneuten Rückfall in eine Rezession entwickelt. Europa würde danach bis Ende 2012 nicht mehr auf einen Wachstumspfad zurückkehren, das Bruttoinlandsprodukt fiele um vier Prozent schwächer aus, als die Experten prognostizieren. Das Szenario ist extrem: Die Europäische Zentralbank (EZB) schätzt die Chancen, dass es eintritt, 2011 auf ein Prozent und 2012 auf vier Prozent. Mit der Rezession verbunden ist eine Verschärfung der europäischen Staatsschuldenkrise, ein Anstieg der Zinsen und ein Verfall der Immobilienpreise - dass das zeitgleich passiert, ist ebenfalls höchst unwahrscheinlich.
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Wie hoch ist die Messlatte?
Die harte Kernkapitalquote (Core Tier-1) der Banken darf bis Ende 2012 auch unter extremen Bedingungen nicht auf weniger als fünf Prozent der risikogewichteten Aktiva (RWA) fallen. Das ist eine Verschärfung: Vor einem Jahr mussten sie sechs Prozent Tier-1-Kapital behalten - damals waren Hybridkapital und die Stillen Einlagen aber noch dabei.
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Was sind die Konsequenzen, wenn eine Bank durchfällt?
Die EBA will nicht nur Banken, die im Test durchfallen, sondern auch nur knapp bestehende Institute zu Gegenmaßnahmen zwingen. Sie sollen ihr Kapital aufstocken - entweder über den Markt oder notfalls wieder vom Staat. Durchsetzen sollen das die nationalen Aufseher. Die Regierungen halten Notfallpläne vor. In Deutschland fehlt BaFin und Bundesbank nach eigenem Bekunden für Zwangsmaßnahmen aber die gesetzliche Grundlage.
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Warum steht der Stresstest in der Kritik
Investoren kritisieren, dass der Stresstest die Frage eines Bankrotts eines Euro-Landes wie schon 2010 ausklammert. Das ist eine politische Entscheidung: Für die Europäische Union ist so etwas tabu. Deutsche Banken kritisieren, dass der Stresstest die Regeln von Basel III vorwegnimmt und sie vorzeitig zur neuen Zusammensetzung ihres Eigenkapitals zwingt - obwohl die Aufseher ihnen dafür mehr als zehn Jahre Zeit geben wollten. Diese Kritik teilen auch die deutschen Aufseher. Für Unmut sorgte zudem, dass die EBA immer neue Anforderungen stellte und die Kriterien wegen der Schuldenkrise in Griechenland nachträglich verschärfte.
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Was wird veröffentlicht?
Ausgehend von der tatsächlichen harten Kernkapitalquote Ende 2010 wird eine Quote für Ende 2012 unter Stress errechnet. Bis Ende April 2011 beschlossene Kapitalmaßnahmen werden dabei noch berücksichtigt. Zudem müssen die Banken erklären, wie sie eine mögliche Kapitallücke schließen würden. Aufschlussreicher für die Investoren sind aber die weiteren umfangreichen Daten auf dem zehn Seiten umfassenden Formular: Dort müssen sie Kredit- und Staatsanleihen-Risiken genau nach Ländern und Laufzeiten aufschlüsseln. Enthalten sind auch hypothetische Gewinnprognosen für 2011 und 2012 auf Basis einer statischen Bilanz - also ohne Maßnahmen zur Reduzierung der Bilanzrisiken.