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Die Bayerische Landesbank bescherte dem Freistaat in den vergangenen Jahrzehnten Milliardengewinne. Jetzt muss sie als erste Bank in Deutschland unter den Rettungsschirm der Bundesregierung schlüpfen. Sie braucht 6,4 Milliarden Euro frisches Kapital.
Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Krise der BayernLB sowie einen Überblick über die Chronik des Finanzinstituts.
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Woher stammen die Belastungen?
Die Landesbank hatte vor dem Wegfall der Staatsgarantien noch rasch Geld aufgenommen und international angelegt - zu hohen Zinssätzen und scheinbar sicher. Mit dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes geriet die BayernLB aber tief in den Strudel der Finanzmarktkrise. Schon im vergangenen Jahr summierten sich die Belastungen auf 2,3 Milliarden Euro. Jetzt wurde die Bank von der Pleite der US-Bank Lehman Brothers, dem Zusammenbruch der isländischen Banken und den Belastungen bei ihren Tochterinstituten in Osteuropa noch einmal voll erwischt. Bis Jahresende rechnet Michael Kemmer, Vorstandschef der bayerischen Landesbank, mit drei Milliarden Euro Verlust.
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Was passiert ohne Kapitalspritze?
Je weniger Eigenkapital eine Bank hat, desto weniger Geschäft darf sie machen. Verluste und Neubewertungsrückstellungen verringern das Eigenkapital - die Bank darf dann entsprechend weniger Kredite ausgeben. Würden die Eigentümer frisches Kapital verweigern, wäre das auch für das Vertrauen am Markt ein verheerendes Signal.
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Wer ist schuld?
Der Zusammenbruch des US-Hypothekenmarkts und verschachtelte Kreditanleihen haben eine globale Finanzmarktkrise verursacht. Die BayernLB hat über 20 Milliarden Euro in Anlagen gesteckt, die sich jetzt als problematisch entpuppten. Für das operative Geschäft ist der Bankvorstand verantwortlich. Bankchef Kemmer rückte im April 2008 vom Vorstandsmitglied zum Chef auf, sein Vorgänger war Werner Schmid. Die Aufsicht über den Vorstand führte der Verwaltungsrat, an der Spitze der bayerische Finanzminister Erwin Huber beziehungsweise sein Vorgänger Kurt Faltlhauser und der bayerische Sparkassenpräsident Siegfried Naser.
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Wer zahlt?
Der Steuerzahler. Vom Bund will die Landesbank 5,4 Milliarden Euro, der Freistaat Bayern soll 700 Millionen zahlen, und die Kommunen sollen über die Sparkassen 300 Millionen beisteuern. Außerdem bekommen Freistaat und Sparkassen auf Jahre hinaus keine Dividende mehr.
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Was ändert sich bei der Bank ?
Die Gehälter der Vorstände sollen gekürzt, Bonuszahlungen ganz gestrichen werden. Die Bank wird umstrukturiert: Das Mittelstandsgeschäft vor allem in Bayern wird gestärkt, ebenso das Internetbanking und das Osteuropageschäft. Andere Felder sollen als Ballast über Bord. Wie viele der 19.000 Mitarbeiter um ihre Stellen fürchten müssen, ist offen. Die Umstrukturierungen sollen in drei Jahren 400 Millionen Euro einsparen.
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Kommt eine Fusion?
Nach den Sparkassen ist inzwischen auch die CSU für eine Fusion mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zu einer Südbank oder für andere Formen von Zusammenschlüssen und Beteiligungen offen. Die FDP fordert seit jeher, dass sich die Politik aus dem Bankgeschäft zurückziehen sollte. Mitten in der Finanzmarktkrise und angesichts möglicher weiterer Probleme der BayernLB gilt eine Fusion in nächster Zeit allerdings als ausgeschlossen.
Im Folgenden gibt es einen Überblick über die Chronik der bayerischen Landesbank.
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Die Chronik der BayernLB
Die Gründung
Die BayernLB wurde 1884 von König Ludwig II. gegründet.
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Die Chronik der BayernLB
Die Besitzer
Die BayernLB hat zwei gleichberechtigte Besitzer: Der Freistaat Bayern hält über die BayernLB Holding AG die eine Hälfte, die bayerischen Sparkassen halten die andere Hälfte. Die Partner hatten sich 1972 zusammen geschlossen. Heute ist das Institut mit einer Bilanzsumme von 415,6 Milliarden Euro die zweitgrößte deutsche Landesbank hinter der von Baden-Württemberg.
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Die Chronik der BayernLB
Die Expansion
Gerade in der jüngeren Zeit fuhr die Führung der BayernLB einen Wachstumskurs: Die Bilanzsumme stieg durch die Übernahme der österreichischen Hypo Group Alpe Adria im vergangenen Jahr um über 20 Prozent an. An Mitarbeitern beschäftigt die BayernLB weltweit 19. 000 Menschen, von denen ein Großteil im osteuropäischen Markt tätig ist.
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Die Chronik der BayernLB
Die Politik
Die BayernLB ist Hausbank des Freistaats. Durch Sitze im Verwaltungsrat sind Vertreter der Landesregierung für die Kontrolle der Geschäfte mit verantwortlich, weshalb besonders Finanzminister Erwin Huber (CSU) als Vorsitzender des Gremiums massiv unter Druck steht.
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Die Chronik der BayernLB
Die Angst der Sparkassen
Als Zentralbank der Sparkassen ist die BayernLB für diese ausgesprochen wichtig. Da die Verluste auch einzelne Sparkassen bedrohen könnten, setzt die bayerische Landesregierung alles daran, die Belastungen der Sparkassen möglichst klein zu halten. Huber gab schon das Versprechen, dass es für deren Kunden keine Nachteile geben wird - was zur Folge hat, dass der Schadensausgleich über den Landeshaushalt geregelt werden muss.
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Die Chronik der BayernLB
Die Gründe der Krise
Dass die BayernLB wie es jetzt scheint deutlich stärker als die anderen Landesbanken betroffen ist, hängt an ihrem weit verzweigten und unübersichtlichen internationalen Engagement. Sie war von der Pleite der US-Bank Lehman Brothers ebenso betroffen wie von der Krise in Island. Auf etwa 20 Milliarden Euro werden die "faulen" Wertpapiere im Portfolio der Landesbank taxiert. Um handlungsfähig zu bleiben, benötigt die BayernLB nun das Geld aus dem Paket der Bundesregierung. Gleichzeitig wird über eine mögliche Fusion mit der Landesbank Baden-Württemberg zu einer Südbank spekuliert.