Stiftungen: Geld ausgeben für den guten Zweck
VON ULRIKE TSCHIRNER - zuletzt aktualisiert: 18.01.2006 - 08:56Düsseldorf (rpo). Sie dürfte wohl die bekannteste Stiftung in Deutschland sein: Erst vor ein paar Tagen hat die Stiftung Warentest mit ihrem Bericht zur Sicherheit in den WM-Stadien unter Organisatoren und Fußballfans für Furore gesorgt. Und auch sonst werden ihre Testergebnisse regelmäßig zu Rate gezogen. Aber was Stiftungen eigentlich sind, wie sie arbeiten und wofür sie sich einsetzen, ist nur wenigen bekannt.
Das Ergebnis einer Umfrage hat den Bundesverband Deutscher Stiftungen überrascht. Nur jeder zweite Deutsche kennt eine Stiftung, so das Resultat des Meinungsforschungsinstituts Emnid, das die Umfrage 2005 im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung durchgeführt hatte. Und auch darüber, was Stiftungen denn eigentlich tun, herrschte unter den Befragten kaum Klarheit. Jeder Vierte glaubte, Stiftungen würden Spenden sammeln. Das trifft zwar auf einige Stiftungen zu, bestätigt der Bundesverband. Die Rolle von Stiftungen ist allerdings weit umfassender: Sie agieren "als Impulsgeber, finanzielle Säule, Projektträger und Innovationsschmieden" und seien aus der Zivilgesellschaft nicht mehr wegzudenken - so beschreibt der Bundesverband den gesellschaftlichen Status.
Wofür sich eine Stiftung einsetzt, legt der Gründer in der Satzung fest. Wissenschaftliche Forschungen können zum Beispiel gefördert, Stipendien für Studenten vergeben und Auszeichnungen ausgelobt werden. Dabei arbeiten Stiftungen mit der Dividende des Vermögens, das der Stifter angelegt hat. Sie darf nur für die festgelegten Stiftungszwecke eingesetzt werden.
Warum werden Stiftungen gegründet? Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge steht bei Stiftern der einfache Wunsch, etwas bewegen zu wollen, an erster Stelle, gefolgt vom Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mitmenschen und dem Willen, ein konkretes Problem lösen zu wollen. Ein Irrglaube ist, Stifter wollten mit einer Gründung Steuern sparen. Das Kapital, das einmal einer Stiftung übertragen wurde, steht dem Stifter danach nicht mehr zur Verfügung.
Dennoch kommen Jahr für Jahr immer mehr Stiftungen dazu. Insgesamt gibt es rund 13.000 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts in Deutschland. Nicht erfasst sind darin die unselbstständigen Stiftungen, Stiftungsvereine und Stiftungen öffentlichen Rechts. Im Bundesverband haben sich seit 1948 rund 2.500 Stiftungen unter einem Dach zusammengeschlossen.
Die Stiftung Warentest prüft und testet übrigens seit 1964. Sie wurde damals von der Bundesregierung als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet, um für die Verbraucher als unabhängige Einrichtung "Markttransparenz herzustellen", heißt es auf der Homepage.
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